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Künstliche Intelligenz : Wir Cyborgs

Und noch mehr Daten: Bis Ende 2020 will Elon Musk das Gehirn eines Menschen mittels Elektroden an einen Computer anschließen Bild: Prisma Bildagentur

Der Tesla-Gründer Elon Musk will jetzt das menschliche Gehirn mit künstlicher Intelligenz ausstatten. Die Experten sind skeptisch. Über den immer stärker werdenden Druck, menschliches Denken den Möglichkeiten des Computers anzupassen.

          7 Min.

          Künstliche Intelligenz, Biotechnik, Kybernetik – all die Nachrichten aus der Zukunft, die das menschliche Bewusstsein täglich erreichen, müssten dessen bisheriges Selbstverständnis eigentlich immer mehr zerrütten; doch irgendwie scheint dieses Bewusstsein auch die Fähigkeit zu besitzen, die grundstürzenden Meldungen in einer separaten Kammer abzulegen, wo sie seinen früheren Erfahrungen mit sich selbst, wie sie etwa in Kunst und Texten aller Art gespeichert sind, nicht in die Quere kommen. So dass das Alltagsverständnis dessen, was ein Mensch ist, bemerkenswert unberührt geblieben ist von den futuristischen Aussichten, die die Öffentlichkeit durchaus ebenfalls ernsthaft zur Kenntnis nimmt. Es bleibt ja doch „der Mensch“, an dem die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz gemessen werden.

          Mark Siemons

          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          Bisher jedenfalls. Dass sich das auch ändern könnte, ahnte man, als der Tesla-Gründer Elon Musk kürzlich in San Francisco sein neuestes abenteuerliches Projekt vorstellte. Bis Ende 2020 will seine Firma „Neuralink“ das Gehirn eines Menschen mittels Elektroden an einen Computer anschließen, damit der solchermaßen durch künstliche Intelligenz aufgerüstete Mensch der frei flottierenden künstlichen Intelligenz außerhalb seiner selbst Paroli bieten könne. Schon seit langem beschwört Musk die Gefahren einer sich künftig einmal möglicherweise selbst programmierenden und sich damit verselbständigenden Computerintelligenz für die Menschheit. Wenn sich der Mensch nun deren Fähigkeiten selbst einverleiben könnte, wäre die Gefahr gebannt; er wäre den Maschinen immer eine Nasenlänge voraus. Dass er damit auch die Prophezeiung, er werde zu einem „hackable animal“, wie der Zukunftshistoriker Yuval Noah Harari schrieb, einem Tier, das gehackt werden kann, ihrer Erfüllung selbst näherbringen würde, wird von Musk nicht weiter diskutiert. Erst mal soll es das „Brain Machine Interface“ (BMI) Menschen mit einer neurologischen Störung, zum Beispiel Querschnittsgelähmten, ermöglichen, allein durch ihre Gedanken mit Apparaten zu kommunizieren, also etwa ein Smartphone zu bedienen. Versuche mit Affen und Ratten hätten da schon Erfolg gehabt.

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