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Rowlings umstrittener Roman : Rufmord wegen eines Mörders

  • -Aktualisiert am

Diverse britische Autoren haben sich mit J.K.Rowling solidarisiert und beklagen eine Hetzkampagne von Frauenfeinden Bild: AFP

J.K. Rowling wird der Tod an den Hals gewünscht. Setzt ihr neuer Roman „Troubled Blood“ wirklich Transgendermenschen herab?

          5 Min.

          Im allerersten Satz ihres neuen, wieder unter dem Pseudonym Robert Galbraith geschriebenen Kriminalromans „Troubled Blood“ führt J. K. Rowling bereits die Identitätsfrage ein, die sich leitmotivisch durch den Wälzer ziehen wird. Erst geht es um nationale oder regionale Zugehörigkeit. Der engste Jugendfreund des Privatdetektivs Cormoran Strike, der hier bereits seinen fünften Romanauftritt hat, ist ein leidenschaftlicher Verfechter der Unabhängigkeit Cornwalls. Er will nicht dulden, dass Strike sich als Brite identifiziert, weil dieser doch in Cornwall geboren und aufgewachsen sei. Im Zuge der Handlung, die vor dem Hintergrund des schottischen Unabhängigkeitsreferendums vor sechs Jahren spielt, geht es immer wieder um Zugehörigkeitsgefühle, um Verkleidung, Verschleierung und Selbstidentifizierung.

          Gina Thomas
          Feuilletonkorrespondentin mit Sitz in London.

          Mit diesem Thema hat sich J. K. Rowling nach dem großen Wirbel um ihre Stellungnahmen zum Transgender-Streit – sie vertritt den Standpunkt, dass das biologische Geschlecht eine unabänderliche Tatsache sei – wieder für den Pranger empfohlen. Dabei wird der Transgender-Aspekt der Identitätsdebatte in dem Roman überhaupt nicht behandelt. An einer Stelle geht die Autorin allerdings auf die Debatte ein, ob Veranlagung oder Umwelt den Menschen prägt. Strike neigt wie seine Schöpferin zu der Auffassung, dass das biologische Erbgut bestimmend sei.

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