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Engagierte Christin : Wem geht es schlechter, weil er Flüchtlingen hilft?

Linda Schulz mit ihren Schützlingen in Nigeria Bild: privat

Linda Schulz setzt sich in Nigeria für Menschen ein, die vor der Terrormiliz Boko Haram geflohen sind. Zurück in ihrer Heimat wundert sich die junge Frau über die Kälte der Deutschen.

          5 Min.

          Wenn Linda Schulz in ihre Heimat reist, reist sie in ein kaltes Land. Die Kälte, von der sie spricht, ist allerdings nicht der Jahreszeit geschuldet, es ist vor allem eine zwischenmenschliche Kälte, die die junge Frau in Deutschland wahrnimmt. Es beginnt nach der Landung mit den harten Gesichtern am Flughafen, mit Sicherheitsbeamten, die nicht zurückgrüßen, mit rücksichtslos Rempelnden am Gepäckband und Drängeleien um ein Taxi. Es ist diese um sich greifende Ignoranz und Anstandslosigkeit im Miteinander, die Linda Schulz Unbehagen bereitet und die man selbst fast schon als Normalität hinnimmt.

          Melanie Mühl
          Redakteurin im Feuilleton.

          „Wäre ich in einem anderen Land aufgewachsen, wäre ich wahrscheinlich schockiert“, sagt sie. Würde sie allerdings nicht in einem anderen Land leben, würden ihr das rauhe Klima, die Überfremdungsangst und Abschottungsmentalität vielleicht gar nicht so sehr auffallen. Doch Linda Schulz, dreißig Jahre alt, blonde, lange Haare, weiche Gesichtszüge, Christin, lebt schon seit zwölf Jahren in Nigeria. Ihr Zuhause ist das Camp „Home for the Needy“ am Rande des Molochs Benin City, in dem Flüchtlinge vor der Terrormiliz Boko Haram Schutz finden. Dass diese Extremisten entgegen der abwiegelnden Rhetorik der nigerianischen Regierung nach wie vor stark sind, haben sie gerade auf entsetzliche Weise bewiesen und ein Internat mit etwa 1000 Schülerinnen im Nordosten des Landes überfallen. Wie viele Mädchen an diesem Montagabend entführt worden sind, darüber gibt es unterschiedliche Angaben.

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