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Friedensethik und Krieg : Der verharmloste Gott

  • -Aktualisiert am

„Vergelt´s Gott!“: In diesem Gruß hält sich eine Wahrheit präsent, die den arglosen Gebrauch des Wortes Frieden eigentlich verbieten sollte. Bild: dpa

Die Vorstellung vom göttlichen Gericht ist vielen Christen fremd geworden. Aber theologisch ist Friede ohne Vergeltung nicht denkbar. Ein Gastbeitrag.

          5 Min.

          Vergelt’s Gott! In diesem kleinen Gruß hält die deutsche Sprache zumindest im süddeutschen und alpenländischen Dialekt eine Wahrheit präsent, die den arglosen Gebrauch des Wortes Frieden eigentlich verbieten sollte, wie er auf Demonstrationen für den Frieden und auch bei kirchlichen Gebeten oder Gottesdiensten für den Frieden häufig zu finden ist. Dabei wird ausgeblendet, dass der Weg vom Krieg zum Frieden nicht so einfach zu gehen ist.

          Sprachlich gehört das „Vergelt’s Gott“ in den Zusammenhang des Dankens. Möge Gott es dir vergelten, was du Gutes getan hast, lautet die Bitte, deren Adressat allerdings Gott ist. Und die Antwort sollte lauten: Möge Gott es segnen („Segne’s Gott“) oder auch: Möge Gott es dir zurückzahlen („Zahl’s Gott“). Dass es hier um den Dank für etwas Gutes geht, mag dazu beigetragen haben, dass der größere Zusammenhang mit dem Recht und der Religion verdrängt wurde.

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