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Kramp-Karrenbauers Rückzug : Die Zerstörung der CDU

Annegret Kramp-Karrenbauer verlässt die Bühne im Konrad-Adenauer-Haus nach ihrer Erklärung. Bild: dpa

Wenn die Christdemokraten nicht herausfinden, wofür sie stehen, schlägt ihnen die letzte Stunde. Für den Untergang fehlt nicht mehr viel.

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          Es gibt ein Drehbuch zur Selbstzerstörung demokratischer Parteien. An dieses hielt sich in den vergangenen Jahren vor allem die SPD. Sie verlor ihre Wählerschaft aus den Augen, sortierte ihr Personal so lange durch, bis nur Geringgeeignete übrig blieben, und wunderte sich schließlich, wie sie zur Splitterpartei werden konnte. Der CDU könnte das ein warnendes Beispiel sein. Ist es aber nicht. Wie von Geisterhand geführt, vollzieht sie alle Volten abwärts nach und hält sich ans Skript. Man könnte freilich auch sagen, dass dieses Buch die Bundeskanzlerin für gleich beide Parteien (und zwischendurch auch die FDP) geschrieben hat, mit denen sie eine Regierung bildet. Zuerst setzte Angela Merkel mit ihrer asymmetrischen Demobilisierung die Sozialdemokraten schachmatt, jetzt geht es um die letzten Züge bei der Zerstörung der CDU.

          Michael Hanfeld
          verantwortlicher Redakteur für Feuilleton Online und „Medien“.

          Mit ihrem Diktum, die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten von Thüringen mit Stimmen seiner Partei, der CDU und der AfD sei „unverzeihlich“, hat sie das Schicksal ihrer Nachfolgerin an der Parteispitze besiegelt. So wie die Thüringer CDU nicht aus dem Dilemma herauskommt, dass sie nicht gemeinsame Sache mit der AfD machen, aber auch nicht Bodo Ramelow und die Linkspartei unterstützen will, konnte Annegret Kramp-Karrenbauer nicht zugleich den Kurs der Bundespartei durchsetzen und die Landtagsfraktion in Erfurt befrieden. Das Rennen war aussichtslos.

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