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Koranunterricht in Moscheen : Pädagogik der Unterwerfung

  • -Aktualisiert am

Kinder in einer Moschee in Hamburg Bild: Picture-Alliance

Blinder Gehorsam und unreflektierter Glaube: Der Koranunterricht in den Moscheen gewöhnt die Kinder an patriarchale Strukturen und entfremdet sie ihrem westlichen Umfeld. Ein Gastbeitrag.

          Kinder haben ein Recht auf religiöse Erziehung in ihren Familien und Gemeinden. Die religiöse Unterweisung ist ein wichtiger Faktor ihres persönlichen Entwicklungsprozesses. Viele muslimische Eltern im Westen fühlen sich durch den modernen Pluralismus in ihrem Glauben verunsichert. Deshalb suchen sie für die religiöse Erziehung ihrer Kinder Zuflucht in den Moscheen. Sie hoffen auf die Unterstützung der „Import-Imame“ bei der religiösen Sozialisation der Kinder. So lautet zumindest die Antwort der Lehrer auf die Frage nach den Aufgaben des islamischen Religionsunterrichts am Wochenende in den Moscheen. Wie die religiöse Bildung in den Gemeinden aussieht, wer dort welche Inhalte vermittelt, scheint die Eltern aber nicht im Geringsten zu interessieren.

          In den meisten Fällen sind die Adressaten des Koranunterrichts Kinder ab dem fünften Lebensjahr, wobei die Geschlechter in verschiedenen Räumen streng voneinander getrennt unterrichtet werden. Sie lernen zwar die arabische und türkische Schrift, einige kurze Koransuren und die fünf Säulen des Islams sowie ihre Verrichtung im Alltag. Aber der Lehrstoff darf nicht hinterfragt werden und wird den Schülern in der didaktischen Form des Memorierens vermittelt. Die Lehrer gelten als Verkünder der absoluten Wahrheit des Katechismus und die Schüler als diejenigen, die zu diesen Wahrheiten geleitet werden müssen.

          Identitätskonflikte sind programmiert

          Den Lehrern, darunter auch Jugendliche, fehlt in der Regel pädagogisches und didaktisches Fachwissen, und die Import-Imame beherrschen kein Deutsch. Sie legen aber Inhalte und Lernmethoden fest. Von den Schülern wird erwartet, dass sie die verkündigten Wahrheiten widerspruchslos akzeptieren. Sie erleben den Unterricht als passive Zuhörer. Kreative Mitarbeit und eigene Gedanken sind nicht gefragt. Es geht nicht um ihren persönlichen Reifeprozess, sondern um die autoritative Vermittlung des religiösen Stoffs. Dieses Erziehungsmodell ist realitätsfern und entfremdet die Kinder ihrer Lebenswirklichkeit.

          Die Sozialisation der muslimischen Kinder außerhalb der Familie und der Gemeinde gerät hier vollkommen aus dem Blick. Die unterschiedlichen Erziehungsmodelle – Schule und Koranschule – führen zur Spaltung zwischen einer modernen und einer konservativ-religiösen Identität. Identitätskonflikte sind programmiert.

          Keine Unterscheidung zwischen Wissen und Glauben

          Die Sprache des Koranunterrichts ist meist Arabisch oder Türkisch. Die Kinder verstehen sie häufig nicht oder nur ungenügend. Der Lehrstoff erscheint vielen von ihnen mit der Zeit bedeutungslos und nichtssagend, denn ein Austausch über religiöse Gehalte findet wegen der Sprachbarrieren überhaupt nicht statt. Einige der Prophetengeschichten aus dem Koran wirken wie Märchen aus längst vergangenen Epochen. Nachfragen und Interpretationsversuche werden aber übergangen. Von Zeit zu Zeit wird nachgeprüft, ob sich die passiven religiösen Kenntnisse der Kinder durch das Auswendiglernen vermehrt haben – nicht aber, ob und wie der Stoff verstanden wurde.

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