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Straßenumbenennung in Berlin : Im Zweifel für den Zauberer

Gestürzt: Denkmal von Hermann von Wissmann im Herbst 2018 in der Ausstellung „68. Pop und Protest“ im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe Bild: Georg Wendt/dpa

Merkwürdiger Wettbewerb: Auch im Berliner Stadtteil Grunewald sorgt die geplante Umbenennung einer Straße für Schlagzeilen. Dafür, dass der Name Dammann an die Stelle Wissmanns tritt, gäbe es gute Gründe.

  • -Aktualisiert am
          5 Min.

          Vor einigen Tagen gab es in Berlin-Neukölln eine beachtenswerte Versammlung. Unter freiem Himmel und strengen Corona-Auflagen benannte Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) in Anwesenheit des Botschafters von Tansania die unweit des Volksparks Hasenheide gelegene Wissmannstraße in Lucy-Lameck-Straße um. Lange Debatten über die Rolle Hermann von Wissmanns (1853 bis 1905) als ehemaligen Befehlshaber deutscher Kolonialtruppen und zeitweiligen Gouverneur von „Deutsch-Ostafrika“ waren der Umbenennung vorangegangen.

          Wie fast immer, wenn es um die Änderung von Straßennamen geht, standen sich zwei Fraktionen gegenüber: Eine, die energisch vertrat, dass die persönliche Verantwortung Wissmanns für schwere Menschenrechtsverletzungen im heutigen Tansania zu seiner „Ent-Ehrung“ als Namenspatron zwinge; und eine, die mit dem Vorwurf der eilfertigen „Auslöschung von Geschichte“ beziehungsweise dem Hinweis auf Gewohnheit, mangelnde Bürgerbeteiligung und unnötige Kosten ebenso energisch widersprach. Erstere setzte sich durch. Es blieb die Frage nach der Wahl eines passenden neuen Namens.

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