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Zwölf Schriftsteller antworten : Können die Deutschen verzichten?

Bild: Niklas Wesner

Was passiert, wenn Felder vertrocknen, Sprit teurer wird, die Wohnungen kalt sind und die Duschen lauwarm? Wir haben zwölf Schriftstellerinnen und Schriftsteller gefragt, ob die Deutschen verzichten können.

  • Aktualisiert am
          14 Min.

          Alles, bloß keine Sklaverei

          Von Katja Petrowskaja

          1. Verzicht ist aktiver Widerstand. Diese Frage ist wichtig. In der letzten Zeit hat jedoch die Diskussion um die Energieabhängigkeit von Russland und deren Auswirkung auf unser Leben oft die anderen Fragen ersetzt. So als wäre der Krieg auf den Maßstab unserer Wohnungen reduziert, als wäre diese private Frage das Einzige, was wir Menschen in Deutschland tun können: uns auf Verzicht vorbereiten als Zeichen unserer Solidarität und unserer Moral, das Einzige, worauf wir noch Einfluss nehmen können. Gewiss ist es politisch notwendig, dass wir uns aus der Energieabhängigkeit von Russland befreien. Aber diese „Verzichtsdebatte“ domestiziert und verharmlost die Frage nach dem Verlauf des Krieges, nach der Zerstörung der Städte, der Ermordung der Menschen, nach dem Terror in den besetzten Gebieten. Wenn man diesen Fokus verliert, erscheint die Ukraine auf einmal als Störfaktor.

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