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Klimakatastrophe : Wir Kinder des Kapitals

Kinder stehen in Spanien im Juli 2022 am Rande eines Waldbrandes. Bild: Picture Alliance

Die Generation der heute Dreißigjährigen hat ihr Leben auf Kosten der nächsten Generation geführt. In welchem Zustand werden wir unseren Nachkommen den Planeten hinterlassen? Und was lässt sich jetzt noch retten?

          6 Min.

          Ein Kind liegt da. Es ist gerade erst geboren, aber schon verzweifelt, die Beine zitternde Halme in der Sommerluft, der Mund zahnlos krähend. Die Eltern stehen bei dem Kind, sie sind mit naheliegenden, wichtigen Fragen beschäftigt: Ist es versorgt, warum weint es, wird es sich die Augen auskratzen? Und man selbst, bloß Beobachterin, fragt sich, was man ihm antut mit dem Dasein auf der Welt. Wird es ertragbar, und was lässt sich dazu beitragen?

          Elena Witzeck
          Redakteurin im Feuilleton.

          Es sind die Wochen der großen Brände und leeren Flussbetten. Der vertrockneten Ernten, Dürren und wachsenden Wüsten. Es ist Sommer. Das Meer vor Mallorca wird zur Badewanne. Die Wälder glühen, und das Gewitter, das gerade heranrollt, klingt bedrohlich für das Kind. Man will nicht unter die Apokalyptiker gehen und vom Krieg in Europa und den Seuchen erst gar nicht anfangen. Aber es ist doch alles gehörig durcheinandergeraten seit der eigenen Kindheit in den Neunzigern. Wann hat es sich jemals so angefühlt? Setzt lieber keine Kinder mehr in diese Welt, raten sie einem heute, haben sie das damals auch gesagt?

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