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Damoklesschwert Klimawandel : Die Welt geht unter, macht was draus!

Gewitter über dem Rostocker Hafen Bild: dpa

Der Weltklimarat sagt: Wir stehen vor dem Abgrund, das geophysikalische Gefüge kippt bereits, schneller denn je. Was der Rat nicht sagt: Die Welt gerät so oder so aus den Fugen.

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          Was wäre der Mensch ohne seine Wunschwelten? Die Welt als Sommermärchen ist so eine. Wir wissen alle, wir im reichen Norden wenigstens, vor allem wir Deutschen, wie sich das anfühlt, so ein Sommermärchen. Es ist der Zustand, in dem das Gefühl dem Verstand sagt: Wie es ist, ist es gut. Was aber, wenn es vorbei ist? Wenn alles kippt? Der Weltklimarat IPCC, ein globaler, ein sogenannter zwischenstaatlicher Expertenkreis, der sich mit den Mitteln der Wissenschaft und am Ende auch nach den Regeln der Politik durch konsensuales Abwinken mit der Frage beschäftigt, wie das planetare Sommermärchen auf dem Planeten nach den großen Eiszeiten auf halbwegs stabilen geophysikalischen Fundamenten weitergehen kann, steht hier vor einer unlösbaren Aufgabe.

          Joachim Müller-Jung

          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Er sollte jetzt darlegen, wie wir die galoppierende Erwärmung des Planeten auf ein für den Planeten erträgliches Maß reduzieren können. 1,5 Grad über dem vorindustriellen Wert, global gemittelt auf ein Jahr, das war die Hausaufgabe der vergangenen drei Jahre. In Paris hatte man das so in den Weltklimavertrag schreiben lassen: nicht mehr nur maximal zwei Grad Erwärmung, weil alles darüber als „gefährlicher Klimawandel“ schon aktenkundig ist, sondern ein halbes Grad weniger soll es sein – ein Puffer für den Planeten, weniger Risiken, klimapolitisch auch ein Zugeständnis an die Inselstaaten mit ihren Millionen Bewohnern, die im anschwellenden Meer bald versinken.

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