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KI und Moral : Vertraue deinem Computer nie

  • -Aktualisiert am

Vertrauenswürdig sind nicht Systeme der KI, sondern die Menschen, die sie programmieren und die, die für rechtlich geordnete Zulassungsverfahren Verantwortung tragen. Bild: dpa

„Sei fair“ und „Handle nachvollziehbar“: Die Richtlinien für Künstliche Intelligenz der Europäischen Union lassen viele Fragen offen. Wie steht es um die ethische Bildung derjenigen, die Programme für KI schreiben oder sie einzusetzen? Ein Gastbeitrag.

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          Wenn im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen ethische Fragen diskutiert werden, oszilliert die öffentliche Debatte zwischen apokalyptischen Szenarien und quasi-messianischen Heilsprophetien. Vereinfachungen unterlaufen allerdings nicht nur Laien. Auf einer Homepage des berühmten Massachusetts Institute of Technology findet sich eine „Moral Machine“, die erfassen will, „wie Menschen zu moralischen Entscheidungen stehen, die von intelligenten Maschinen, wie zum Beispiel selbstfahrenden Autos, getroffen werden“. Einmal abgesehen von der Frage, warum immer ein führerloses Auto das Beispiel für Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sein muss (und beispielsweise nicht eine automatisierte Pumpe, die Insulin für einen individuellen Körper dosiert und zuführt), wundert man sich doch, warum der von Fachleuten formulierte einleitende Kurztext nicht darüber orientiert, dass Menschen mittels Algorithmen die moralischen Entscheidungen programmiert haben, die dann scheinbar von Maschinen getroffen werden.

          Die „Moral Machine“ bilanziert, wie sich Menschen zu moralischen Entscheidungen stellen, die andere Menschen normiert haben und einer Technologie zugrunde legten. Noch präziser geht es bei dem Projekt darum, wie Menschen in moralischen Dilemmata entscheiden und wie andere das beurteilen. Dilemmata zu studieren kann dabei helfen, die Kompetenz beim Fällen moralischer Urteile zu schärfen. Das ersetzt aber keine ethische Bildung und schon gar keine rechtlich normierten Verfahren. Ethische Bildung benötigen diejenigen, die Programme für KI schreiben, und die, die sich entscheiden, sie einzusetzen. Und rechtlich normierte Verfahren sind notwendig, wenn man Programme daraufhin überprüfen will, ob sie bestimmten ethischen Normen und rechtlichen Standards entsprechen.

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