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Folgen des Klimawandels : Der Höllensommer fängt erst an

In British Columbia brennen nach der großen Hitze die Wälder. Bild: dpa

Die historische Hitzewelle in Kanada und den Vereinigten Staaten hat Hunderte Menschen das Leben gekostet. Jetzt brennen die Wälder. Sind knapp fünfzig Grad auch in Deutschland möglich?

          4 Min.

          Zu den beliebtesten Hitzemotiven, die jedes Jahr den Sommer illustrieren, gehören fröhliche Menschen, die in Brunnen baden, im Schatten eines Baumes Eis essen, Cafés bevölkern und in Seen springen. Die Bilder, die uns in den vergangenen Tagen aus Kanada und den Vereinigten Staaten erreicht haben, erzählen nichts von dieser Sommerleichtigkeit. Es sind Dokumente der Verwüstung und Verzweiflung. Lytton, ein etwa 250 Kilometer nordöstlich von Vancouver gelegener Ort, in dem die Temperatur vergangene Woche auf einen Rekordwert von 49,6 Grad stieg, besteht nach einem verheerenden Brand fast nur noch aus Schutt und Asche. Der Feuerwalze benötigte für ihr Werk keine zwanzig Minuten.

          Melanie Mühl
          Redakteurin im Feuilleton.

          Menschen flüchteten in vielen Städten vor der Hitze in klimatisierte, mit Feldbetten ausgestattete Notunterkünfte und Hotels. In Seattle, wo sich der Begriff „Juneuary“ eingebürgert hat, weil der Sommer immer auf sich warten lässt und kühlen Nieselregen statt Wärme bringt, ist man Temperaturen wie in Las Vegas nicht gewöhnt, weshalb nur 44 Prozent der Häuser und Wohnungen klimatisiert sind. Wozu auch unnötig Energie verbrauchen, schließlich liegt die durchschnittliche Höchsttemperatur in Seattle um diese Jahreszeit bei angenehmen 21 Grad. In British Columbia wurden an einem einzigen Tag in mehr als fünfzig Orten neue Temperaturrekorde aufgestellt. Auf Twitter schrieb der amerikanische Schriftsteller Saeed Jones: „Ich weiß, dass es eine Menge Aufwärmprogramm und Vorabspektakel gegeben hat, aber in dieser Woche fühlt es sich wirklich an, als sagte die Klima-Apokalypse: Willkommen zur großen Show.“

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