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Jugend und Corona : Niemand ist unsterblich

Nach der Lockerung der Maßnahmen im Sommer: Jugendliche im Riemer Park in München Bild: Picture-Alliance

Ein Aufruf an die Jungen: Wer Covid-19 immer noch für harmlos hält und danach handelt, der sehe hin, was sich gerade in den Kliniken tut.

          5 Min.

          Auf den ersten Blick scheint allen klar: Kinder und Jugendliche sind keine Risikogruppe, junge Erwachsene eingeschlossen. Angehöriger einer Covid-19-Risikogruppe ist, wer ein erhöhtes Risiko trägt, zu erkranken und zu sterben. Niederschlag findet das unter anderem im Maßnahmenpaket für den Teil-Lockdown. Schulen und Kindergärten bleiben offen. Klar ist aber auch: Wer einer Risikogruppe angehört, nimmt die Bedrohung durch das Virus anders wahr. Der Infektionsverlauf dokumentiert das ganz gut. Partys im weitesten Sinne gehörten bisher zu den wichtigsten Treibern der Virenausbreitung.

          Joachim Müller-Jung
          Redakteur im Feuilleton, zuständig für das Ressort „Natur und Wissenschaft“.

          Eigenverantwortung hat also Grenzen. Das hindert viele dennoch nicht, einen Strategiewechsel zu fordern: „Risikogruppen-Strategie“ heißt das jetzt. „Gesund“ und „jung“ sind dafür die entscheidenden Kriterien. Wer darunterfällt, steht außerhalb der Risikogruppen und soll befreit werden von rigiden Corona-Maßnahmen. Die Risikogruppen will man dagegen konsequent isolieren, wegsperren de facto, zumindest so lange es keine pharmazeutische Lösung gibt. Machbar? Wohl kaum, meinen nicht nur Virologen. Zu Risikogruppen zählen im Land schätzungsweise dreißig bis vierzig Prozent der Bevölkerung. Das ergibt sich grob aus den Risikokriterien des Robert-Koch-Instituts, es ist auch die Zahl, die das Bundesgesundheitsministerium zitiert.

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