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Aufstand in Iran : Irans Einzelkinder geben nicht auf

  • -Aktualisiert am

Shervin Hajipours Protestsong ging viral, dann wurde der Sänger verhaftet – und zu öffentlicher Reue gezwungen. Bild: AFP

Die Mullahs wussten Bescheid: Die iranischen Revolutionsgarden waren auf die Jugendproteste in ihrem Land vorbereitet. Das Regime verhaftet Schüler und Studenten und steckt sie in Umerziehungsanstalten.

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          Das Kinderhilfswerk UNICEF der Vereinten Nationen ist alarmiert. Bis heute, heißt es, seien mindestens 50 Kinder von iranischen Sicherheitskräften getötet und Hunderte Minderjährige verhaftet worden. Dass sechzehn Prozent der Todesfälle unter den Demonstrierenden Minderjährige seien, dokumentierte wenige später Wochen Amnesty International. Eine Woche zuvor hatten Journalisten den iranischen Kultusminister gefragt, wie viele Schüler inhaftiert seien. Kein Schüler befinde sich im Gefängnis, die verhafteten Schüler seien vielmehr in Umerziehungsanstalten untergebracht, entgegnete der Minister, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Von Hunderten inhaftierten Schülern ist in den sozialen Medien die Rede.

          Darin steckt nicht weniger als die Bank­rotterklärung einer Herrschaft, die vor 43 Jahren mit dem Vorsatz antrat, eine islamische Erziehung im ganzen Land durchzusetzen. Proteste gegen die gewaltsame Umerziehung hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben, doch die Außenwelt konnte oder wollte das nicht zur Kenntnis nehmen. Dafür zeigt sich das kulturelle Desaster in diesen Tagen umso vehementer. Der Befund kommt aus berufenem Munde: „Das ist eine Kulturrevolution“, sagt Maghssoud Ferastkkah, ein Professor, dessen Fachgebiet seit zwanzig Jahren Hochschulplanung ist und der an den beiden renommierten Universitäten Allameh Tabataae’i und Shahid Beheshti in Teheran lehrt.

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