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Habermas zum Digitalen : Die wüsten Geräusche

  • -Aktualisiert am

Glaubt an die aufklärende Macht des kritischen Wortes: Jürgen Habermas Bild: Wolfgang Eilmes

Nichts bleibt mehr privat: Unter dem Eindruck der sozialen Medien revidiert Jürgen Habermas seine Theorie der politischen Öffentlichkeit.

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          Der Text, von dem hier die Rede sein soll, ist in mehrfacher Hinsicht schwer zugänglich. Man findet ihn zwar in einer gut versteckten Onlinebibliothek des Nomos-Verlages, doch gehört man nicht zu den Angehörigen jener wenigen Universitäten, die eine Lizenz der Zeitschrift Leviathan besitzen, zahlt man auch für die digitale Variante beinahe hundert Euro. Wem das zu viel ist, der bleibt auf die Möglichkeiten physischer Fernleihe angewiesen. Die Beiträge der aktuellen Sonderausgabe selbst durchliefen ein anonymes Begutachtungsverfahren. Und auch dieser Zeitungstext, der den Text für diejenigen zusammenfasst, die ihn nicht gelesen haben, dürfte mindestens unter sechs Augen getreten sein, bevor er dem Publikum vorgelegt wurde. Was wäre aber, entfiele diese lange Kette aus Schleusen und Prüfungsschritten?

          Genau um diese Frage kreist die jüngste Aufsatzveröffentlichung von Jürgen Habermas. Im Titel seines Beitrags knüpft der Philosoph an jene Buchpublikation an, die, wie der Autor selbst mitteilt, bis heute die absatzstärkste in seinem Werk geblieben ist: Es geht um „Überlegungen und Hypothesen zu einem erneuten Strukturwandel der politischen Öffentlichkeit“. Habermas widmet sich dem Medienwandel, der „in Gestalt von Facebook, YouTube, Instagram oder Twitter“ voranschreitet und Einfluss nimmt auf die politische Kommunikation.

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