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Harvey Weinstein : Wahrheit statt Abfindungen

Gwyneth Paltrow gehört zu den Schlüsselfiguren im Weinstein-Fall, weil sie als eine der ersten erzählte, was ihr widerfuhr. Bild: ddp Images

Wozu die Presse gut ist: In ihrem Buch „She Said“ zeichnen Jodi Kantor und Megan Twohey die Recherche nach, die zum Fall von Harvey Weinstein führte. Ein Lehrstück des investigativen Journalismus.

          6 Min.

          Die Geschichte lag lange schon in der Luft. Doch die Frauen, die sie erzählten, untereinander und Vertrauten gegenüber, hatten nicht genug Macht, sie tatsächlich ans Licht zu bringen. Dabei hätte spätestens, als Anita Hill in der Senatsanhörung zur Ernennung von Clarence Thomas als Richter am amerikanischen Supreme Court den Vorwurf sexueller Belästigung am Arbeitsplatz erhob und das Ernennungskomitee sich davon weder beeindrucken ließ noch weitere Zeuginnen aufrief, die parat standen, klar gewesen sein müssen: Es gibt hier ein ernsthaftes Problem, auch von Komplizenschaft in Fällen sexualisierter Machtausübung. Das war 1991. Nichts geschah. Selbst 2006, als Tarana Burke den Hashtag MeToo auf ihrer MySpace-Seite ins Leben rief, um erneut auf sexuelle Gewalt in Arbeitsverhältnissen aufmerksam zu machen, wurde daraus keine weltweite Bewegung. Das geschah erst elf Jahre später.

          Verena Lueken

          Redakteurin im Feuilleton.

          Warum? Darauf gibt das Buch „She Said“ der späteren Pulitzerpreisträgerinnen Jodi Kantor und Megan Twohey keine Antwort. Und doch erzählt es eine unbedingt lesenswerte Geschichte. Eine „true crime story“, die teilweise so spannend ist, als wüsste niemand, was kommt.

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