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Japans Androide : Nie mehr allein

Professor Hiroshi Ishiguro entwickelt Roboter mit menschlichen Zügen. Bild: Imago

Kein Land treibt die Robotisierung so voran wie Japan: Roboter sollen Alte pflegen, Einsame trösten, mit echten Körpern verschmelzen. Das gerät mitunter gruselig.

          7 Min.

          Der Roboter verstand nichts. Er stand da und blinzelte mich mit bösen Augen an. Ich sagte: „Ich hätte gern ein Zimmer.“ Der Roboter öffnete den Mund, nickte stumm und zuckte mit dem Arm, als hätte ihn etwas gebissen. Dann erstarrte er; nur seine Kameraaugen schienen das Foyer des „Henn Na“-Hotels zu fixieren. Die gläserne Flügeltür öffnete sich, als lasse sie einen Geist eintreten; draußen wehte der Wind aus der Bucht von Tokio über einen großen Parkplatz. Echte Menschen waren nicht zu sehen.

          Niklas Maak

          Redakteur im Feuilleton.

          „Henn Na“-Hotel heißt so viel wie „seltsames Hotel“ auf Japanisch, und „seltsam“ ist das Mindeste, was man darüber sagen kann, denn alles in diesem Hotel ist robotisiert: Das Essen kommt aus einem Essensroboter, das Gepäck wird von einem Roboter aufs Zimmer gebracht, und an der Rezeption sitzen Roboter in Form einer Androiden oder eines Dinosauriers, wobei die Kunden, wenn ihr System mal wieder abstürzt, mehr Geduld mit der netten Frau als mit dem Dinosaurier haben, ein nicht funktionierender Dino-Roboter macht aggressiv, der Kunde denkt sofort, du da mit deinem albernen Reptilienmaul bist nicht umsonst ausgestorben, und nimmt sich ein anderes Hotel.

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