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Die aseptische Stadt : Ein Zentrum, was ist das?

Ist das hier ein Idyll – oder das Bild einer Katastrophe, in der sich nur wenige auf die Straße wagen, alles zu hat, alle Abstand halten müssen? Bjarke Ingels Entwuf für die neue Toyota Smart City bei Tokio. Bild: Simulation Toyota/BIG

Der durchleuchtete Mensch ist seinen Heilern ausgeliefert: Ist die Stadt des Ausnahmezustands, in der wir jetzt leben, ein Vorgeschmack auf die Zukunft unseres Gemeinwesens?

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          Auch damals reagierte man, aus Rücksicht auf die Wirtschaft, viel zu spät. Am 14. August war in Hamburg ein Kanalarbeiter ins Krankenhaus gebracht worden und dort gestorben, kurz darauf waren vier weitere Tote zu beklagen. Der Senat verheimlichte die Fälle aus Angst vor wirtschaftlichen Einbußen, aber die Zahl der Krankheitsfälle stieg so schnell an, dass bald nichts mehr zu vertuschen war: Eine Woche später waren 1100 Menschen erkrankt und 455 gestorben, und die Auswandererschiffe hatten die Krankheit bereits nach New York gebracht.

          Niklas Maak
          Redakteur im Feuilleton.

          Die Reichsregierung ließ Hamburg abriegeln und schickte Deutschlands berühmtesten Arzt in die Hansestadt, der zehn Jahre zuvor den Tuberkuloseerreger entdeckt hatte: Robert Koch, Leiter des Preußischen Instituts für Infektionskrankheiten, bestätigte Ende August des Jahres 1892 den Ausbruch der Cholera in Hamburg und ließ alle Schulen schließen. Eine Quarantäne wurde verhängt, die erst nach zehn Wochen aufgehoben werden konnte; da waren allein in Hamburg mehr als 8600 Menschen gestorben. Die Folge dieser Epidemie war eine radikale Umgestaltung der Stadt. Die Hamburger erließen Gesetze zum Schutz vor unhygienischen Wohnverhältnissen, viele Häuser des mittelalterlichen Gängeviertels wurden dem Erdboden gleichgemacht.

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