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Seyran Ateş kontra Universität : Liberale Muslime werden ausgegrenzt

Seyran Ates (hier auf dem Poetenfest in Erlangen) hat in Berlin die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee gegründet, in der Frauen und Männer gemeinsam beten. Bild: dpa

Die Frauenrechtlerin Seyran Ateş protestiert bei Berlins Regierendem Bürgermeister und der Hochschulpräsidentin gegen den Beirat des Instituts für Islamische Theologie an der Humboldt-Uni. Sie hat Gründe.

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          Seyran Ateş, Gründerin und Geschäftsführerin des Vereins der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, hat in einem offenen Brief scharf gegen die geplante Besetzung des Beirates für ein Institut Islamische Theologie an der Humboldt Universität protestiert. Der Brief ist an den Regierenden Bürgermeister und Wissenschaftssenator Berlins, Michael Müller, die Präsidentin der Universität, Sabine Kunst, und Gründungsdirektor Michael Borgolte gerichtet. Ateş kritisiert, der Plan sehe trotz Protesten immer noch vor, ausschließlich Vertreter der traditionell-konservativen Islamverbände einzuladen, jedoch keinen, der für den liberalen Islam steht.

          Regina Mönch
          Freie Autorin im Feuilleton.

          Für sie sei dies auch ein unmissverständliches politisches Zeichen, „die wachsende Bewegung liberaler Muslime in Deutschland weder unterstützen noch in politische Prozesse einbeziehen zu wollen“. Mit der Entscheidung für diesen Beirat werde ignoriert, schreibt Ateş, dass der Islam auch hier „deutlich pluraler ist, als er von den Islamverbänden repräsentiert“ werde, die nur einen Bruchteil der Muslime vertreten.

          Das gilt auch für die von der türkischen Religionsbehörde Diyanet gesteuerte und von allen Reformern gesäuberte Ditib, die gerade erst wegen des Vorwurfs, kritische Muslime bespitzelt zu haben, im Mittelpunkt eines Skandals stand. Im Sommer 2017 hatte die Berliner CDU das Beharren der Humboldt Universität und des rot-rot-grünen Berliner Senats, liberale Stimmen aus dem Beirat auszuschließen, ebenfalls scharf, aber folgenlos kritisiert. Seyran Ateş, die nach abgründiger Diffamierung aus der Türkei, aus Ägypten und von fundamentalistischen Muslimen hier sowie diversen Islamverbänden nur unter Polizeischutz arbeiten kann, verweist auf die Zukunft: Diese einseitige Entscheidung stelle die Weichen für viele Jahre, antiradikale religiöse Vielfalt könne sich so jedoch nicht entfalten.

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