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MDR-Intendantin Karola Wille : Die negativen Urteile über den Osten haben Spuren hinterlassen

  • -Aktualisiert am

„Viele Themen unserer Gesellschaft werden gegenwärtig sehr polarisiert diskutiert. Und das spiegelt sich auch bei unseren aktuellen Berichten wie in einem Brennglas wieder“: Karola Wille. Bild: obs/MDR

Was macht der Mitteldeutsche Rundfunk, um dem Eindruck entgegenzutreten, in seinem Sendegebiet gebe es nur Rechte und die AfD? Wird der Sender im ARD-Verbund gehört? Die Intendantin gibt Antwort.

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          Die AfD hat bei den Landtagswahlen stark zugelegt. Welchen Anteil hat daran die Unterrepräsentanz ostdeutscher Themen in überregionalen Medien?

          Das Wahlergebnis in Sachsen und in Brandenburg hat viele Ursachen. Sicher muss dabei auch kritisch beleuchtet werden, ob die Medien die Themen und Probleme, die die Ostdeutschen bewegen, ausreichend reflektieren und inwieweit sich hier auch Fragen, Zweifel und kritische Positionen der Wählerschaft wiedergefunden haben.

          Es gibt auch an der ARD Kritik, dass ostdeutsche Positionen und Themen zu wenig vertreten seien.

          Wir haben uns mit dieser Frage in der ARD bereits vor einigen Jahren beschäftigt, haben Defizite festgestellt und auch gegengesteuert. Zwischen 2017 und 2018 haben sich die Beiträge aus unserem Sendegebiet in „Tagesschau“ und „Tagesthemen“ zum Beispiel verdoppelt. Zusätzlich ist das Themenspektrum vielfältiger geworden. Zur Wahrheit gehört auch, dass nach einschlägigen Untersuchungen bei der Berichterstattung über Ostdeutschland in den Medien über viele Jahre hinweg insgesamt Themen wie Armut, Rechtsradikalität und das Gefühl, „abgehängt zu sein“, dominierten. Damit sind auch negative Wertungen und Urteile über den Osten transportiert worden, die natürlich Spuren bei der Bevölkerung in den neuen Ländern hinterlassen haben.

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