https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/interview-mit-dem-kulturwissenschaftler-paul-b-preciado-16813288.html

Paul B. Preciado Bild: Marie Rouge

Interview mit Paul B. Preciado : „Wenn man keine Frau ist, ist man entweder ein Mann – oder man wird zum Problem“

„Ich gehöre zur Revolution“: Der Kulturwissenschaftler Paul B. Preciado hieß früher Beatriz. Im Interview spricht er über Personalausweise, Joanne K. Rowling – und George Floyd.

          7 Min.

          Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe, entstand in einem Akt künstlicher Reproduktion, aus dem abgeschnittenen Geschlechtsteil ihres Vaters Uranos. Den deutschen Juristen Karl Heinrich Ulrich hat dieser Mythos Ende des 19. Jahrhunderts zu dem Begriff „Uranismus“ für die gleichgeschlechtliche Liebe inspiriert, den Philosophen Paul B. Preciado zum Traum, „Ein Apartment auf dem Uranus“ zu bewohnen, wie der Titel seines neuen Buches lautet, einer Sammlung von Kolumnen für die französische Zeitung „Libération“, eine Chronik der Übergänge, nicht nur von Beatrix, wie Preciado früher hieß, zu Paul B.

          Harald Staun
          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          In Ihrem Buch „Testo Junkie“ haben Sie schon 2008 beschrieben, wie Sie sich, damals noch als Beatriz Preciado, Testosteron verabreichten. Sie haben 2016 entschieden, Ihr Geschlecht neu eintragen zu lassen. Dabei war es gar nicht Ihre Absicht, von einer eindeutigen Geschlechteridentität in die andere zu wechseln, es ging eher um die Erfahrung der Transformation. Warum wollten Sie trotzdem offiziell als Mann anerkannt werden?

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Die Aussichten auf Wirtschaftswachstum sehen für Deutschland im nächsten Jahr nicht gut aus.

          Konjunktur : Deutschland ist das Schlusslicht

          Kaum ein anderes Land im Euroraum hat derart schlechte Aussichten auf Wachstum. Vor allem ein Nachbarland eilt weit voraus.