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Amerikanische Universitäten : Meinungskampf mit Maulkörben

  • -Aktualisiert am

Studenten an der University of California bei einem „Teach-Out“ Bild: AFP

Früher stritten politische und religiöse Gruppen auf dem Universitätscampus miteinander. Jetzt protestieren amerikanische Studenten dagegen, Ansichten hören zu müssen, die sie nicht teilen. Wohin führt das?

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          Vor etwas mehr als fünfzig Jahren begann an der University of California in Berkeley das free speech movement. Es verbreitete sich wie ein Lauffeuer um die Welt und erreichte bekanntlich auch Deutschland. In Berkeley protestierten Studenten damals hauptsächlich gegen den Vietnamkrieg, aber auch für politische Meinungs- und Forschungsfreiheit. Mehr als 800 wurden verhaftet und für einige Stunden ins Gefängnis gesteckt. Die Stimmung blieb angespannt.

          Im darauffolgenden Jahr wurde der konservative Republikaner und Schauspieler Ronald Reagan – trotzdem oder deshalb – zum Gouverneur von Kalifornien gewählt. Trotz unterschiedlicher Sichtweisen sprach man weiter miteinander. Die rebellische Stimmung war auch noch in den achtziger Jahren an meiner Alma mater in Berkeley spürbar. Auf dem Campus stritten die verschiedensten politischen und religiösen Gruppen miteinander. Campusweit bekannte Spinner hielten Predigten. Man konnte sich in der Sonne sitzend von diesem Spektakel unterhalten oder zum Denken anregen lassen. Jeder kannte und belächelte den naked man, bewunderte die Künste des Jongleur und tolerierte auch den ultrakonservativen Prediger auf der Sproul Plaza vor dem Hauptverwaltungsgebäude, der allen einen baldigen Besuch der Hölle prophezeite. Man musste ihm ja nicht zuhören.

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