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Integration : Die schönen Töchter Kreuzbergs

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Subversion? Anstand? Rafinesse auf jeden Fall - junge Türkin in Kreuzberg Bild: F.A.Z.-Foto Matthias Lüdecke

Solch mühelose Eleganz erreichen deutsche Frauen nur, wenn sie sich regelmäßig in Paris aufhalten: Zwischen den Vorgaben des Koran, schönem Schein und Subversion wissen viele junge Türkinnen Berlins Anstand und Erotik zu verbinden.

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          Im Koran steht in Sure 24, Vers 31: „Und sprich zu den gläubigen Frauen, daß sie ihre Blicke niederschlagen und ihre Scham hüten und daß sie nicht ihre Reize zur Schau tragen, es sei denn, was außen ist, und daß sie ihren Schleier über ihren Busen schlagen und ihre Reize nur ihren Ehegatten zeigen oder ihren Vätern“, und so weiter.

          Vor etwa zehn Jahren fingen die jungen Türkinnen in Berlin-Kreuzberg an, ihre Reize in dem, „was außen ist“, sehr deutlich zur Schau zu tragen. Sie kleideten sich auf einmal so, daß man meinen konnte, sie folgten muslimischen Regeln. Bis dahin hatten sich vor allem alte Frauen und solche in mittleren Jahren als Musliminnen zu erkennen gegeben, indem sie ein Kopftuch trugen. Die jungen Frauen trugen in der Regel keins, sondern mitteleuropäische Hosen, Blusen, Röcke, Pullover. Damit fielen sie nicht weiter auf.

          Andere müßten sich dafür regelmäßig in Paris aufhalten

          Doch waren unter den ganz jungen Frauen schon immer nicht wenige, die sich besonders sorgfältig schminkten und kleideten, und zwar auf eine so geschmackvolle Weise, als hätten sie es bei Coco Chanel persönlich gelernt. Nur war ihr Schick gerade darum so umwerfend, weil er absolut dezent war. Sie hatten einen Grad von müheloser Eleganz, von sophistication, den deutsche Frauen nur erreichen, wenn sie die in einer akademischen Ausbildung gelernten Forschungsmethoden auch in der Parfümerie nicht vergessen oder aber sich regelmäßig in Paris aufhalten.

          In Kreuzberg hoben sich diese jungen Türkinnen damit deutlich von den weiblichen Mitgliedern der anderen Bevölkerungsgruppen ab, denn die deutsch-alternative Frau schminkt sich nicht, bei den Angehörigen der Berliner Unterschicht wäre es einem lieber, sie ließen es bleiben, und die zu Migrantinnen mutierten orientalischen Kleinbäuerinnen wissen nicht, daß sie in Wirklichkeit gar nicht unsichtbar sind, auch wenn sie daheim vielleicht so behandelt werden.

          Wie Feen in alten Märchenbüchern

          Diese elegant hergerichteten jungen Türkinnen gab es schon lange vor dem Mauerfall, und ihre Lust am Jung- und Schönsein war stets eine Freude. Als sie nun den Islam für sich entdeckten, änderten sie ihren Stil nicht grundlegend, sondern fügten ihm einfach ein Element hinzu. Sie waren weiterhin vorbildlich ausgemergelt, also dünn wie Hollywood-Stars, trugen nach wie vor gefährlich spitze Schuhe mit hohen Absätzen, darüber schwarze Hosen, die unten weit und oben eng waren, obenrum vielleicht eine helle Bluse und darüber einen enggeschnittenen, langen, dünnen Mantel, der nie geschlossen wurde, damit er den perfekten Körper immer malerisch umwehen konnte. Nur kam dann, als Distinktions- und Alleinstellungsmerkmal, die Kopfbedeckung hinzu, mit der sie ihre schönen Haare komplett verbargen.

          Unter dieser Kopfbedeckung nun hat man sich keineswegs ein Kopftuch vorzustellen, und sie hat auch nichts mit Burka, Tschador oder ähnlichen Folterinstrumenten zu tun. Vielmehr fließen riesengroße, in bunten Farben glänzende, offensichtlich von innen mit Polstern unterstützte Stoffe von den Köpfen dieser jungen Frauen herunter, so daß sie aussehen wie die nach der Mode der Gotik gekleideten Feen in alten Märchenbüchern. Auf ihre auffällig dezente Weise perfekt geschminkt sind sie dabei nach wie vor. Mit der züchtigen Kleidung, die der Koran den Frauen vorschreibt, hat das natürlich nichts zu tun, überhaupt mit Züchtigkeit nichts, vielmehr ist Islam Mode in Kreuzberg - wie in Brandenburg Rechtsradikalismus und in Künstlerkreisen Lumpenproletariat.

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