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Scheitern im Silicon Valley : Macht Fehler, macht sie schnell!

Erkennen Sie diesen Mann? Steve Jobs macht Werbung für seine Firma NeXT, Kalifornien 1988. Bild: Ed Kashi / VII / Redux / laif

Im Silicon Valley wird man durchs Scheitern reich. Wer nie gescheitert ist, kann gleich auswandern: nach Deutschland, ins Land der Fehlervermeidung.

          5 Min.

          Die Gesetze der analogen Welt zählen im Silicon Valley bekanntlich zu den Dingen, deren Abschaffung Auftrag und Daseinsberechtigung ist. Während man noch daran arbeitet, die Grenzen der Physik hinter sich zu lassen, durch den Aufbruch in virtuelle Räume oder zumindest ins All; während man das Elend der eigenen Biologie überwinden will, mit Bluttransfusionen oder wenigstens mit Hilfe besserwisserischer Gesundheits-Apps, kann im Bereich der Ökonomie die Aufhebung der Naturgesetze weitgehend als abgeschlossen betrachtet werden: Was früher einmal als Merkmal eines erfolgreichen Unternehmens galt, also Gewinne zu erwirtschaften, ist heute offensichtlich nicht nur völlig überflüssig, sondern fast schon ein Zeichen kreativer Saturiertheit.

          Harald Staun
          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Der Kurznachrichtendienst Twitter hat zwölf Jahre gebraucht, bis er Ende 2017 zum ersten Mal Profit erwirtschaftet hat; Firmen wie Tesla, Uber oder Spotify sind davon noch weit entfernt. Doch noch während sie Milliarden verlieren, zerstören sie funktionierende Märkte und machen ihre Chefs zu Milliardären. Neunzig Prozent aller Start-ups scheitern. Die Wette auf den einen großen Erfolg, der die anderen Fehlschläge ausgleicht, ist das Geschäftsmodell der Investoren, eine Fortpflanzungsstrategie wie bei Fröschen. Nicht ohne Grund heißt es Wagniskapital.

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