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Identitätspolitik : Thomas Mann an die Front

  • -Aktualisiert am

Thomas Mann im Jahr 1905 Bild: Picture-Alliance

Taugt der Autor zur Waffe gegen die Identitätspolitik? Ein New Yorker Ideenhistoriker bejaht diese Frage im Vorwort zu den „Betrachtungen eines Unpolitischen“.

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          In den Vereinigten Staaten ist jetzt Thomas Manns Mammutessay „Betrachtungen eines Unpolitischen“ neu aufgelegt worden, und trotz seines nationalistisch-kriegerischen Charakters ist er nicht mit einer Trigger-Warnung versehen worden – also dem Hinweis, dass sensible Leser von der Lektüre seelisch verstört werden könnten. Das ist keine Selbstverständlichkeit, finden sich derlei Vermerke bei Neuausgaben älterer Bücher doch immer häufiger.

          Bemerkenswert ist weiterhin das Vorwort, das der New Yorker Ideenhistoriker Mark Lilla beigesteuert hat. Als Thomas-Mann-Experte war er bisher nicht in Erscheinung getreten. Dafür aber als scharfer Kritiker einer linken Identitätspolitik, deren Absolutheitsanspruch und Kompromissresistenz er als Spaltpilz liberal-demokratischer Konsensfindung erachtet – und damit als Gefahr für die Demokratie insgesamt.

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