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„Ich war zu verkrampft“ : Martin Walser bedauert Konflikt mit Bubis

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Martin Walser zu Ignaz Bubis Bild: F.A.Z.

In einem auf Video dokumentierten Gespräch mit der F.A.Z. hat der Schriftsteller Martin Walser bedauert, vor neun Jahren das Versöhnungsangebot von Ignatz Bubis im Streit um die Rede in der Frankfurter Paulskirche abgelehnt zu haben.

          In einem auf Video dokumentierten Gespräch mit der F.A.Z.-Redakteurin Felicitas von Lovenberg hat der Schriftsteller Martin Walser bedauert, vor neun Jahren das Versöhnungsangebot des damaligen Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, im Streit über Walsers Rede in der Frankfurter Paulskirche nicht angenommen zu haben.

          „Bubis hat gesagt, er würde den Vorwurf, ich sei ein geistiger Brandstifter, zurücknehmen, und ich sollte das entschuldigen. Doch ich war so verkrampft durch die Geschehnisse, dass ich nicht fähig war, ihm die Hände entgegenzustrecken.“ Walser hatte in seiner Rede zur Verleihung des Friedenspreises die Nennung von Auschwitz als „Moralkeule“ bezeichnet.

          „Eine unglücklich verlaufende Liebesgeschichte“

          Ein zweiter Film enthält Walsers Einschätzung seines heftig umstrittenen Romans „Tod eines Kritikers“, in dem die Titelfigur Ähnlichkeiten mit dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki aufweist. Walser: „Ich könnte mich nicht ein Jahr lang mit einer Figur beschäftigen, wenn ich sie nicht liebte. Ich habe geschrieben eine unglücklich verlaufende Liebesgeschichte zwischen einem Autor und einem Kritiker.“

          Die beiden Filme sind der Auftakt eines neuen multimedialen Angebots von FAZ.NET. Weitere Beiträge, auch zu Walser, werden folgen.

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