Abgesagter Vortrag in Berlin :
Wir müssen über Cancel Culture reden

Von Petra Ahne, Berlin
Lesezeit: 7 Min.
Eine Idylle, eigentlich: Der Campus Nord der Humboldt-Universität, auf dem auch das Institut für Biologie steht.
Cancel Culture? Oder einfach Wut, Verunsicherung und missglückte Kommunikation? Ein Besuch an der Humboldt-Universität nach dem Skandal um einen abgesagten Vortrag.

An einem warmen Julitag gibt es in Berlin kaum einen idyllischeren Ort als den baumbestandenen Campus Nord der Humboldt-Universität, doch Marie-Luise Vollbrecht macht nicht den Eindruck, dass ihr der Ort gerade Ruhe gibt. Die Beine zum Schneidersitz verschränkt sitzt sie auf einer Holzbank. Sie wirkt erschöpft und vorsichtig, auf manche Fragen will sie lieber nicht antworten. Sie ist für das Gespräch aus dem Backsteingebäude gekommen, in dem das Institut für Biologie untergebracht ist. Sie versucht, sich jetzt wieder auf ihre Doktorarbeit zu konzentrieren. Sie fände es gut, wenn nun alle aufeinander zugingen, sagt sie: „Ich glaube, man kann viel deeskalieren, wenn man miteinander redet und nicht gleich Hass schreit.“

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