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Hohenzollern-Debatte : Geheimverhandlungen schon mit der DDR

  • -Aktualisiert am

Preußens Tradition in DDR-Uniform: Wachparade des NVA-Regiments „Friedrich Engels“ vor dem Kronprinzenpalais Unter den Linden Bild: Bundesarchiv

Um das preußische Erbe wurde schon das gesamte zwanzigste Jahrhundert gestritten. Das Haus Hohenzollern verhandelte auch schon mit der DDR. Dabei ging es um die Särge zweier Preußenkönige.

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          Die Härte, mit der an die Öffentlichkeit gelangte Auseinandersetzung zwischen dem Haus Hohenzollern und der öffentlichen Hand geführt wird, und die anhaltende öffentliche Aufmerksamkeit, die sie seit dem Sommer erfährt, kann nur auf den ersten Blick erstaunlich anmuten. Tatsächlich fügt sie sich in eine lange Tradition der geschichtspolitischen Bemächtigung des preußischen Erbes, die das ganze zwanzigste Jahrhundert durchzog.

          In der Weimarer Republik bildete Potsdam gleichsam die Herzkammer einer monarchistischen Traditionswahrung, die Zeitbeobachter wie Arnold Brecht dazu brachte, die politische Kultur des gespaltenen Landes in die drei Lager der demokratischen Weimar-Deutschen, der kommunistischen Moskau-Deutschen und das breite rechtsgerichtete Lager der Potsdam-Deutschen zu gliedern. Zehntausende folgten 1921 in Potsdam dem Sarg Auguste Viktorias, der ersten Frau des exilierten Ex-Kaisers Wilhelm II., und verwandelten die Beisetzung in die gewaltigste Manifestation für die beseitigte Hohenzollernmonarchie, die die erste deutsche Republik erlebte. Die Ermordung des deutschen Außenministers Walther Rathenau 1922 durch rechtsradikale Verschwörer wiederum wurde in Potsdam ohne weitere Bewegung aufgenommen.

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