https://www.faz.net/-gqz-9c02v

Hamburger Konferenz : Buddhismus 2.0 braucht kein Karma

  • -Aktualisiert am

Meister und Mönch im Garten des Schlosses Dillich in Hessen, wo es einen Buddhismus-Tempel gibt. Bild: dpa

Achtsamkeit ist zur Modevokabel geworden. Aber was hätte Buddha wohl zur Hirnforschung gesagt? Auf der Hamburger Buddhismus-Konferenz sucht man die Schnittmengen von östlicher Weisheit und westlicher Rationalität.

          5 Min.

          Gehört der Buddhismus zu Deutschland? Diese Frage ruft weit weniger Emotionen hervor als die nach dem Islam. Seit Arthur Schopenhauer den Buddhismus pries, weil „einem hell im Kopf“ werde, seit später dann Hermann Hesses „Siddharta“ mehrere Wellen der Indienbegeisterung auslöste und zur Schullektüre avancierte, genießt diese Religion in Deutschland große Akzeptanz. Schätzungsweise dreihunderttausend bekennende Buddhisten leben hierzulande, die Mehrheit von ihnen kommt aus asiatischen Ländern.

          Aber der Einfluss des Buddhismus geht weit über diese Kreise hinaus. Es sind vor allem die Techniken und Begriffe buddhistischer Meditation, die in die Alltagskultur der deutschstämmigen Mittelschicht vorgedrungen sind. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Popularisierung und Trivialisierung: „Achtsamkeit“ ist zur Modevokabel des pädagogisch-therapeutischen Milieus geworden und in manchem Garten ersetzt die Buddhafigur den Zwerg von einst. Doch trotz der gesellschaftlichen Integration ist die Frage nach der Stellung des Buddhismus in Deutschland und darüber hinaus in den Ländern des Westens offenbar virulent. Sie stand jedenfalls im Zentrum eines internationalen Kongresses, der kürzlich von der Universität Hamburg organisiert wurde. Im Museum für Völkerkunde kamen Religionswissenschaftler und buddhistische Geistliche – oft beides in einer Person –, Theologen, Philosophen und Sozialwissenschaftler aus Europa, den Vereinigten Staaten, Australien und den asiatischen Ursprungsländern des Buddhismus zusammen. Der holzgetäfelte, steil abfallende Hörsaal des Museums bot ein passendes Ambiente, erinnerte seine Jugendstil-Anmutung doch an eine Zeit, in der in Deutschland die philologisch-historische Ostasienforschung in Blüte stand.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Donald Trump und die Wahrheit : Der Lügenpräsident

          Verzerrungen, Halbwahrheiten, Übertreibungen: Ein Team der „Washington Post“ hat Donald Trumps Falschaussagen seit seiner Amtseinführung dokumentiert. Es kommt zu einem erschütternden Befund.
          Anzeigen sollen pädagogisch auf Motorradfahrer wirken.

          Der Lärm der Biker : Da wackelt das Geschirrle

          Motorradfahrer lieben die Schwäbische Alb. Aber auf der Schwäbischen Alb liebt man die Motorradfahrer nicht. Immer mehr und immer lauter seien die Maschinen, klagen die Anwohner. Es ist ein Kulturkampf.