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In der Elbphilharmonie : Schon 34 Stürze von Konzertbesuchern

  • Aktualisiert am

Treppen im Foyer um den Großen Saal in der Elbphilharmonie Bild: dpa

Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen: Allein 34 Stürze, bei denen Personal oder Rettungsdienst zu Hilfe kam, verzeichnet die Elbphilharmonie bereits. Jetzt befasst sich die Hamburger Bürgerschaft mit dem Problem.

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          Seit Eröffnung der Elbphilharmonie Anfang 2017 wird über die Sicherheit der Treppen in dem 110 Meter hohen Gebäude diskutiert. Nun hat sich der Hamburger Senat auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion zu den Gefahren geäußert. Demnach erfasste der Betreiber, die HamburgMusik gGmbH, bislang 34 Stürze. In der ersten Saison 2017/18 hatte es demnach drei Stürze von Besuchern im großen Saal gegeben. In der vergangenen zweiten Konzertsaison waren es fünf. Im Foyer des großen Saales ereigneten sich je 13 Unfälle pro Saison.

          Insgesamt zählte die Elbphilharmonie nach Angaben eines Sprechers bisher weit über zwei Millionen Besucher. Zu den Unfällen wollte sich der Sprecher nicht äußern.

          Vergleichbare Zahlen über Stürze sind schwer zu bekommen, jedoch zählte das Statistische Bundesamt für Hamburg etwa im Jahr 2017 mehr als 500 tödliche Stürze, davon allein 21 auf oder von Treppen oder Stufen.

          Einen ersten Sturz hatte es bereits vor der eigentlichen Eröffnung der Elbphilharmonie gegeben, und zwar am Tag der feierlichen Übergabe des Konzerthauses am 4. November 2016. Zu dem Foyer im elften Stock führen breite Wendeltreppen mit hellem Eichenparkett. Die oberen Reihen des Saals mit 2100 Plätzen liegen in der 16. Etage.

          Gezählt wurden nur Stürze, bei denen entweder das Personal oder der Rettungsdienst zu Hilfe kam. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen, erklärte der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Jörg Hamann. Zur Schwere der Verletzungen und zu eventuell notwendigen medizinischen Behandlungen machte der rot-grüne Senat keine Angaben.

          Die Sicherheit des Zuschauerbereichs sei bereits bei der Bauabnahme von einem auf Theatersicherheit spezialisierten Büro bewertet worden, hieß es. Die Architekten und die Bauaufsicht hätten dessen Empfehlungen erörtert. Dabei habe die Behörde die Planung der Architekten als rechtskonform bestätigt. Dennoch habe HamburgMusik die Treppenstufen stärker markieren lassen. Für Sehbehinderte seien ertastbare Hilfen angebracht worden.

          Hauseigener Rettungs- und Sanitätsdienst engagiert

          Zuletzt gab das Spezialbüro laut Senat am 21. Juni 2018 eine Gefährdungsbeurteilung ab. Ergebnis: keine Handlungsnotwendigkeit. Die CDU-Fraktion sieht das anders: „Die Sicherheit der Konzertbesucher sollte oberste Priorität haben, hier müssen die Verantwortlichen noch nacharbeiten“, forderte Hamann.

          Bereits wenige Monate nach Eröffnung der Elbphilharmonie hatten die Betreiber wegen mehrerer Stürze einen hauseigenen Rettungs- und Sanitätsdienst engagiert. Der Blinden- und Sehbehindertenverein Hamburg bezeichnete die Treppen im Saal sowie im Foyer damals als „gefährliche Stolperfallen“. Die Kulturbehörde ließ daraufhin die Stufen mit 15 Millimeter breiten schwarzen Streifen markieren. Die Stufen zwischen den Stuhlreihen im Großen Saal bekamen zusätzlich mit dem Fuß oder Blindenstock ertastbare schwarze Punkte.

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