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CCC-Kongress : Was tun gegen Fake News?

Die Bloggerin Karolin Schwarz geht gegen Fake News vor. Bild: dpa

Der größte Hackerkongress Europas widmet sich dem nicht erst seit Donald Trumps Wahl brisanten Phänomen der Fake News. Wie kann man den absichtlich im Netz gestreuten Gerüchten, Halbwahrheiten und glatten Lügen wirksam etwas entgegensetzen?

          3 Min.

          Seit der Wahl von Donald Trump in Amerika reden plötzlich alle über Fake News. Skandalisierende Geschichten, die echt klingen, aber ausgedacht oder heillos verzerrt dargestellt sind, um Weltbilder zu bestätigen und zu rechtschaffener Empörung einzuladen, gibt es aber nicht erst seit heute.

          Andrea Diener
          Redakteurin im Feuilleton.

          Die erste Erwähnung des Wortes weisen die Social-Media-Redakteurin Karolin Schwarz und der Software-Entwickler Lutz Helm bereits im Jahr 1994 nach: „Microsoft kauft katholische Kirche“ lautete die Schlagzeile, die damals die Runde machte. Und im Jahr 2000 sorgte eine Website für Furore, die von sogenannten „Bonsai Kittens“ berichtete, der japanischen Kunst der Haltung von Katzen in engen Glasgefäßen, die dadurch zum Zwergwuchs gezwungen wurden. Als das FBI die Seite untersuchte, stellte sich heraus, dass es sich um einen Scherz von Studenten des MIT handelte, des renommierten Massachusetts Institute of Technology.

          Diplomatische Verwicklungen und Handgreiflichkeiten

          Inzwischen haben wir es allerdings mit ganz anderen Mengen und Kalibern an Fake News zu tun. Die Empörung über die angeblichen Fälle treiben Menschen mitunter zu Demonstrationen, sie führen zu diplomatischen Verwicklungen und manchmal Handgreiflichkeiten. Der Fall um die 13 Jahre alte Lisa etwa, einem russlanddeutschen Mädchen aus Berlin-Marzahn, das angab, von „Südländern“ in einer Wohnung festgehalten und vergewaltigt worden zu sein. Es stellte sich heraus, dass nichts davon stimmte, dennoch nutzten russische Medien den Fall zur Propaganda gegen die Bundesregierung und deren Flüchtlingspolitik.

          Ein zweiter Fall ist das sogenannte #Pizzagate: Demnach sei Hillary Clinton Kopf eines Kinderpornorings, den sie von der Pizzeria „Comet Ping Pong“ in Washington DC aus betreibe. Trotz offizieller Dementi stürmte am 4. Dezember ein Mann das Lokal, bedrohte Angestellte und schoss um sich. Und das nur, weil er die Fake News um Pizzagate glaubte.

          Schwarz und Helm widmen sich nur einer einzigen Richtung, nämlich der Fake News über Flüchtlinge, „Südländer" und Nordafrikaner, die derzeit recht gern in einen Topf geworfen werden, egal warum und wie lange sie schon in Deutschland sind. Sie verzeichnen die Fälle auf einer Landkarte, im Internet einsehbar unter hoaxmap.org. 436 Gerüchte sind das derzeit. Ihr Ziel, so erklären sie bei ihrem Panel beim Chaos Communication Congress, sei die Schaffung einer Datenbank sowie der Anstoß einer Debatte über Medienkompetenz. Denn Fake News werden zwar vor allem auf privaten Facebookprofilen geteilt, aber auch Parteien wie AfD und FPÖ und auch die CDU mischen ganz vorne mit. Rechte Facebookseiten sind oft Urheber von Falschmeldungen, aber auch Leserbriefe in lokalen Medien streuen Gerüchte, die nicht verifiziert werden und sich dann unkontrolliert ausbreiten.

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