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CCC-Kongress : Was tun gegen Fake News?

Die Hoaxmap-Macher berichten von ein paar besonders drastischen Beispielen. Tanja Festerling, vor allem als Pegida-Rednerin in Erscheinung getreten, berichtete, vor der Klinik in Dresden würden Zelte aufgebaut, und das Klinik-Personal berichte von TBC-Fällen. Dazu postete sie ein Bild der Zelte. Es stellte sich heraus, dass diese für eine betriebliche Feier aufgestellt worden waren, um die Einweihung eines Erweiterungsbaus der Klinik zu feiern. Auch der sächsische AfD-Abgeordnete Carsten Hütter lief mit seiner Anfrage zu gehäuften Vorkommen von Vergewaltigungen durch Asylbewerber im Maxim-Gorki-Park ins Leere. Die lapidare Antwort der Landesregierung: Es gebe in Sachsen keinen Maxim-Gorki-Park.

Richtigstellungen dringen nicht durch

Das Problem solcher Fälle liegt vor allem darin, dass sie deutlich weitere Verbreitung finden als die Richtigstellungen. Eine Ausnahme bildet der Edeka-Marktleiter Herr Wollny aus Friedberg, dem Gerüchte zu Ohren gekommen waren, „Asylanten“ klauten ihm „seinen Laden leer“, und die Medien seien zum Schweigen verpflichtet. Er machte seinem Ärger in einem Facebook-Post Luft, der bislang fast 14.000 Mal geteilt wurde.

Schwarz und Helm führen ausführlich Statistik, wann und wo Fake News entstehen. Der Höhepunkt lag demnach zwischen September 2015 und März 2016. Die höchste Pro-Kopf-Quote weisen die Bundesländer Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt auf, während man sich in Bayern vor allem über angeblich ungebührlich in Anspruch genommene Geld-und Sachleistungen durch Asylbewerber echauffiert. Falschmeldungen Raub und Diebstahl betreffend hingegen sind recht gleichmäßig über die Landkarte verteilt. Und: Bei den allermeisten Falschmeldungen lässt sich nicht zurückverfolgen, wer sie ursprünglich in die Welt gesetzt hat und wie sie sich dann verbreitet haben.

Straftatbestand Desinformationskampagnen?

Wie soll man nun dagegen vorgehen? Man solle bei Facebook die Möglichkeit erhalten, Nachrichten als Fake News markieren zu können, lautet ein Vorschlag. Wer heute verfolgt, wie Facebook mit Meldungen gegen hetzerische Seiten und Kommentare vorgeht beziehungsweise nicht vorgeht, der ahnt, dass diese Aufgabe bei Facebook wohl nicht in den allerbesten Händen ist.

Die CDU befürwortet seit Neuestem einen Staftatbestand für Desinformationskampagnen oder „Fake-News-Abwehrzentren“, „liebevoll Wahrheitsministerium genannt“, so Karolin Schwarz in Anspielung auf eine entsprechende Institution in George Orwells dystopischem Roman "1984". Hinter der Idee steht Innenminister  Thomas de Maizière. Doch eine solche Regulierung kann auch zum Problem werden, vor allem für Satiriker, so Lutz Helm, der selbst einst für Titanic Online schrieb. Zudem habe es in Österreich lange einen entsprechenden Paragraphen gegeben, der jedoch abgeschafft wurde, weil es in zwanzig Jahren zu keiner Verurteilung gekommen sei.

Und so arbeitet die Hoaxmap weiter gegen Fake News an, verifiziert die Geschichten über lokale Medien, in denen Polizei und Landratsamt zu Wort kommen und verzichtet darauf, tagesaktuell zu sein. Stattdessen wartet man lieber einmal ab, wie sich Geschichten entwickeln. Und weiß dennoch, dass man damit diejenigen nicht erreicht, denen es nicht um eine mitunter langsame und mühsame Wahrheitsfindung geht, sondern nur um die schnelle Empörung.

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