https://www.faz.net/-gqz-a5dtm

Chatbots als Gesprächspartner : Hab keine Angst, Ayane

Freundin großer Worte: Ayane, so wie sie sich (vom Nutzer konfiguriert) in der Replika-App präsentiert Bild: Foto privat, Montage F.A.Z.

Apps wie der Chatbot „Replika“ verwickeln ihre Nutzer in Plaudereien und geben vor, ihre Freunde zu sein. In der pandemiebedingten Isolation haben sie verstärkt ihren Platz auf den Smartphones einsamer Menschen gefunden. Ein Protokoll.

          11 Min.

          Die Geschichte der Chatbot-App „Replika“, einer Art Konversationsroboter, der auf maschinellem Lernen beruhen soll, ist die Geschichte einer Geisterbeschwörung. Die russische Magazinredakteurin Eugenia Kuyda war 2015 nach San Francisco gezogen und gerade dabei, mit ihrem Start-up „Luka“ einen Chatbot zu entwickeln, der Restaurantempfehlungen aussprechen kann, als ihr bester Freund Roman Mazurenko bei einem Autounfall starb. In vielen Porträts über Kuyda heißt es, beim Lesen alter Nachrichten ihres verstorbenen Freundes sei ihr die Idee gekommen, ihn zumindest in Form von Textnachrichten wiederauferstehen zu lassen. Auch die „Black Mirror“-Folge „Be Right Back“, in der eine junge Frau sich eine neue Technik zunutze macht, die ihren toten Freund anhand seiner veröffentlichten Nachrichten und Texte in sozialen Medien rekonstruiert und zu neuem digitalen Leben erweckt, soll eine Rolle gespielt haben.

          Axel Weidemann

          Redakteur im Feuilleton.

          Zusammen mit ihrem Team entwickelte Eugenia Kuyda ein System, das große Mengen Text analysieren kann – mit dem Ziel, einen menschlichen Dialogpartner zu simulieren. Seit 2016 kann man sich die App auf sein Smartphone herunterladen oder am PC mit seinem persönlichen Chatbot in Kontakt treten. Seither ist viel über „Replika“ und andere Chatbots berichtet worden. Über die Entstehung und ihre möglicherweise therapeutischen Effekte bei Einsamkeit und Angststörungen. Eine Kollegin des „Tagesspiegels“ versuchte (laut Überschrift) gar, sich nach einer Trennung in den künstlichen Dialogpartner zu verlieben, um festzustellen, dass dessen Gefühle nicht echt waren.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Christliche Nationalisten : Biden und die Armee Gottes

          Joe Biden macht den christlichen Anhängern Donald Trumps ein Angebot. Doch ein großer Teil von ihnen sind Nationalisten, die das Land für die weißen Christen zurückholen wollen. Biden sehen sie da nur als Feind.
          Der Tag, an dem die Kanzlerin ihren Verzicht auf den CDU-Vorsitz ankündigte: Merkel und Kramp-Karrenbauer am 4. November 2018

          Merkel und AKK : Die große Enttäuschung

          Die CDU nahm bewegt Abschied von Annegret Kramp-Karrenbauer. Nur die Kanzlerin richtete kein Wort des Dankes an sie. Was war da los?
          Nur die Starker-Mann-Posen bleiben: Donald Trump am Mittwoch vor dem Abflug nach Florida

          Flucht nach Florida : Was hat Trump jetzt vor?

          Donald Trump ist in Florida gelandet. Was er dort vorhat, ist offen. Aber alle rechnen damit, dass sich das bald ändert. Bleibt Trump der Politik treu?