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Deutsches Gruppenbewusstsein : Ab wann gehört man dazu?

  • -Aktualisiert am

Nostalgie verbindet: Trabis mit einem Autodachzelt aus DDR-Produktion beim alljährlichen Treffen im Mai 2018 in Anklam. Bild: Picture-Alliance

Identität ist Unzufriedenheit mit sich. Wie viel Anerkennung braucht es, um gelassen zu sein? Ein Gastbeitrag über Gruppenbewusstsein in Deutschland.

          5 Min.

          Als Muslim und als Ostdeutscher, als die wir hier schreiben, wäre es für uns nicht sonderlich schwer, uns als Angehörige einer abgewerteten Gruppe zu verstehen, die von der Mehrheitsgesellschaft zu einem abgelehnten anderen gemacht wurde. Nicht minder leicht wäre es, diesen Diskurs als bloßen Opferdiskurs abzutun, mit dem man die eigene Position öffentlichkeitswirksam zur Geltung bringen und als unhintergehbar herausstellen wolle.

          So läuft die Identitäts-Debatte derzeit häufig: Auf der einen Seite stehen die Betroffenen, die sich als ausgegrenzt, als unterschätzt, ja als diskriminiert begreifen und an die Mehrheitsgesellschaft appellieren, ihre Verantwortung einzugestehen und einen Paradigmenwechsel zu vollziehen. Auf der anderen jene, die den Ball zurückspielen und die Opferhaltung als Inszenierung zur Durchsetzung partikularer Interessen entlarven.

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