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Berliner Kulturforum : Grünes Licht für das Museum der Moderne

  • -Aktualisiert am

Die Scheune ist die zweitschlimmste Lösung: Blick auf das geplante Museum der Moderne auf dem Kulturforum Bild: Stiftung Preußischer Kulturbesit

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat das Budget für das geplante Museum der Moderne in Berlin gebilligt. Damit wird eine seit Jahrzehnten klaffende städtebauliche Wunde geschlossen. Aber der Bau selbst ist seinen Preis nicht wert.

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          Es kommt selten vor, dass das Beste, was man über ein geplantes Museum sagen kann, in der Feststellung liegt, dass es noch schlimmer wäre, wenn es nicht gebaut würde. Genau so aber verhält es sich beim Museum der Moderne auf dem Berliner Kulturforum, dessen aktualisiertes Budget der Haushaltsausschuss des Bundestages am Donnerstag gebilligt hat. Der Ausschuss hat sich der Macht des Faktischen gebeugt und einen Eklat vermieden, bei dem alle verloren hätten: die Kulturstaatsministerin, deren restliche Amtszeit bis 2021 im Schatten ihrer öffentlichen Niederlage gestanden hätte; das Land Berlin, das das Areal, auf dem das neue Museum entstehen soll, zwanzig Jahre lang planmäßig hat verkommen lassen; und das Schweizer Architektenbüro Herzog & de Meuron, dessen Entwurf vor zwei Jahren den Gestaltungswettbewerb für den Bau gewonnen hat.

          Mit diesem Siegerentwurf begann eine Debatte, die in den letzten Monaten immer heftiger wurde und sich nur scheinbar um die rasant gestiegenen Baukosten dreht. In Wirklichkeit geht es darum, dass der Museumsbau von Herzog & du Meuron den Preis, für den er am Ende zu haben sein wird, eigentlich nicht wert ist. Wäre es anders, müsste sich niemand über die ochsenfroschartige Aufblähung des Budgets von den zunächst bewilligten zweihundert Millionen auf jetzt 364 Millionen plus „Puffer“ von achtzig Millionen für technische und andere Unwägbarkeiten, also rund 450 Millionen Euro, aufregen. Aber die Scheune, wie sie seit ihrer Präsentation im Herbst 2017 genannt wird, sieht eben weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick wie ein Schmuckstück aus.

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