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Gomringer-Debatte : „Erschreckender Akt der Kulturbarbarei“

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Die inzwischen bekannteste Hochschulfassade Deutschlands: Eugen Gomringers „Avenidas“ an der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin. Bild: dpa

Kulturstaatsministerin Monika Grütters greift die Berliner Alice-Salomon-Hochschule für ihre Entscheidung im Streit um das Gomringer-Gedicht an. Der Axel-Springer-Verlag bezieht unterdessen plakativ Stellung.

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          Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat die Entscheidung der Alice-Salomon-Hochschule in Berlin, das umstrittene Gomringer-Gedicht zu entfernen, scharf als einen „erschreckenden Akt der Kulturbarbarei“ kritisiert. „Kunst und Kultur brauchen Freiheit, sie brauchen den Diskurs, das ist eine der wichtigsten Lehren aus der Geschichte“, teilte Grütters am Mittwoch mit. Wer dieses Grundrecht mit der Forderung nach politischer Korrektheit unterhöhle, betreibe ein gefährliches Spiel.

          Am Dienstag hatte der Akademische Senat der Hochschule entschieden, dass Eugen Gomringers Gedicht „Avenidas“an der Fassade des Gebäudes wegen seiner angeblich sexistischen Aussage übermalt werden müsse. Kernpunkt der Debatte ist die auf spanisch formulierte Zeile: „Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer“. Studenten und Mitarbeiter der Hochschule hatten argumentiert, damit würden Frauen zu Objekten männlicher Bewunderung degradiert.

          Der Axel-Springer-Verlag entschied sich für eine andere Variante des Protests und stellte das Gedicht in spanischer Sprache auf ein Leuchtband an seiner Fassade. „Welt“-Chefredakteur Ulf Poschardt twitterte: „Gegen den Irrsinn der Gedichtübermaler und Kunstfreiheitsgegner.“

          „Avenidas“ soll im Herbst übermalt und durch ein Gedicht von Barbara Köhler ersetzt werden, die wie Gomringer im vergangenen Jahr mit dem Alice-Salomon-Poetikpreis ausgezeichnet wurde. Von da an soll die Fassade alle fünf Jahre überstrichen werden.

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