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Klimaerwärmung : „Der Gletscherschwund ist für das klassische Alpenbild grauselig“

Vergangene Schönheit: 1778 malte Caspar Wolf den „Rhonegletscher von der Talsohle bei Gletsch gesehen“, zu sehen im Aargauer Kunsthaus. Bild: INTERFOTO

Maler wie Caspar Wolf haben einst das Bild der Alpen geprägt. Ohne Gletscher ist es kaum denkbar. Wir werden uns an neue Ansichten gewöhnen müssen.

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          Als der Schweizer Maler Caspar Wolf 1773 begann, die Alpen seiner Heimat zu bereisen, faszinierten ihn die Gletscher der Viertausender, die gurgelnden Bergbäche und steilen Rinnen. Und immer wieder das Licht: wie es sich zur Mittagsstunde bis in die tiefsten Schluchten kämpft und Wassertropfen, die ein herabbrausender Wasserfall aufgewirbelt hat, glitzern lässt. Wolf malte, was er sah, Wolf idealisierte, was er sah – und prägte mit seinen Gemälden unseren Blick auf die Alpen. Bis heute.

          Martin Benninghoff
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Wenn wir an die Alpen denken, sehen wir vor unserem inneren Auge satte Almwiesen, schroffe Felsen und vergletscherte Gipfel. Wir wollen ganz nach oben, zu Fuß oder per Seilbahn. Zu Wolfs Zeiten wollten die Bauern und Hirten aus den Tälern das nicht. Zu gefährlich, zu unsinnig wäre es ihnen erschienen. Dass die ersten vermögenden Bergtouristen im neunzehnten Jahrhundert in die Alpen reisten, hat auch mit Malern wie Wolf zu tun, die, vor der Erfindung der Bergfotografie, ihre Alpenpanoramen in die Städte trugen.

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