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Gespräch über Kurden in Syrien : Die Einführung der Scharia wäre hier nicht mehrheitsfähig

Eine Enklave setzt sich zur Wehr. Syrische Kurden demonstrierten am vergangenen Sonntag in Afrin gegen den Einmarsch der Türken. Bild: AFP

Die Kurden in Syrien leben ganz anders, als es in der Türkei üblich ist. Ein Politikwissenschaftler erklärt, warum das dem türkischen Präsidenten Erdogan nicht passt.

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          Herr Schmidinger, die Türkei begründet den Einmarsch ihrer Armee in Syrien damit, dass die Region Afrin ein „Terrornest“ sei, vom dem aus kurdische Terroristen in türkisches Territorium einsickern und dort Anschläge verüben. Sie waren in Afrin – hatten Sie den Eindruck, in einem „Terrornest“ zu sein?

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          So ein Einsickern gab es von irakischem Territorium aus, aber nicht aus Afrin. Die Gebiete der Türkei, in denen es Kämpfe mit kurdischen Einheiten gab, sind Provinzen wie Sirnak und Hakkari im Südosten, nicht aber die Provinzen Hatay und Kilis im äußersten Westen, die auf der anderen Seite der Grenze zu Afrin liegen. Zudem hat die Türkei die gesamte Grenze zu Afrin mit einer hohen Betonmauer abgeriegelt, die stellenweise erst wieder abgebaut werden musste, um mit Panzern hindurchzukommen.

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