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Gesetz über drittes Geschlecht : Die Debatte beginnt erst jetzt

  • -Aktualisiert am

Blau oder Rosa?: In unserer Gesellschaft wird immer noch in „Typisch Mädchen“ und „Typisch Junge“ unterschieden. Bild: Imago

Bald kann im Geburtenregister neben „männlich“ und „weiblich“ auch „divers“ als drittes Geschlecht eingetragen werden. Die Auseinandersetzung ist damit aber noch nicht beendet.

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          Bisweilen ist auf dem Rechtsweg mehr zu erreichen als mit Hilfe der Politik. Ohne das Bundesverfassungsgericht wären in der Bundesrepublik intersexuelle Menschen wohl noch lange nicht als Menschen rechtlich anerkannt worden, die ein eigenes Geschlecht haben. Und auch der Rechtsweg war steinig. Vor siebzehn Jahren verneinte das Amtsgericht München die Zulässigkeit des Eintrags „Zwitter“, „Hermaphrodit“ oder „Intersexuell“ im Geburtenbuch. Der damalige Kläger, Michel Reiter, gab schließlich nach jahrelangem Rechtsstreit auf. Erst das zweite große, von der Kampagnengruppe Dritte Option unterstützte Verfahren brachte nach Niederlagen in allen Instanzen vor dem Bundesverfassungsgericht schließlich den Erfolg, der jetzt mit Beschlüssen von Bundestag und Bundesrat besiegelt wurde.

          Dass mehr als zwei Geschlechter existieren, ist mit dem Gesetz zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben nun normativ anerkannt, auch wenn man bezweifeln kann, dass die an ein Ablagesystem erinnernde Sammelbezeichnung „divers“ ein die Identität konstituierendes Persönlichkeitsmerkmal angemessen beschreibt. Immerhin: Deutschland reiht sich mit der Möglichkeit, ein anderes Geschlecht eintragen zu lassen als „weiblich“ oder „männlich“, in einen bislang recht überschaubaren Kreis von Staaten ein, zu dem Australien, Nepal, Indien, Chile, aber auch einige Bundesstaaten der Vereinigten Staaten gehören.

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