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Georg Meggle ausgeladen : Bitte nicht öffentlich

Tagungsort der Gesellschaft für Analytische Philosophie: die Humboldt-Universität Berlin Bild: picture-alliance/ ZB

Die Gesellschaft für Analytische Philosophie lässt ihren Ehrenpräsidenten bei einem Kongress nicht reden, weil er einen Querdenker-Appell unterschrieben hat. Für das Kongressthema wäre sein Fall gerade deshalb interessant gewesen.

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          An diesem Montag beginnt an der Humboldt-Universität in Berlin der viertägige elfte Kongress der Gesellschaft für Analytische Philosophie (GAP). Die GAP, 1990 gegründet, ist mit mehr als tausend Mitgliedern eine der größten philosophischen Fachgesellschaften in Europa. Das Thema des Kongresses lautet „Philosophie und Öffentlichkeit“. Wie Geert Keil und Romy Jaster, der Präsident und die Geschäftsführerin der GAP, im Geleitwort zum Kongressprogramm erläutern, sollen unter diesem Motto „zwei unterschiedliche Dinge“ erörtert werden, „zum einen die Popularisierung philosophischer Forschungsinhalte, zum anderen philosophische Interventionen in gesellschaftliche Debatten“.

          Patrick Bahners
          Feuilletonkorrespondent in Köln und zuständig für „Geisteswissenschaften“.

          Zur Eröffnung spricht Tim Henning aus Mainz über „Wissenschaftsfreiheit, Moral und die Kosten des Irrtums“. Es schließt sich eine Podiumsdiskussion über „Wissenschaftsfreiheit und Moral“ an, an der auch der Leipziger Emeritus Georg Meggle hatte teilnehmen sollen. Meggle, geboren 1944, war der Gründungspräsident der GAP. 2006 wurde er zum Ehrenmitglied der Gesellschaft ernannt, 2018 zum Eh­renpräsidenten. Am 3. September, neun Tage vor der Veranstaltung, hat der Vorstand der GAP die Einladung an Meggle widerrufen.

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