https://www.faz.net/-gqz-a4674

Gentechnik und Moral : Die Menschenversuche des Dr. He Jiankui

  • -Aktualisiert am

Modell des Crispr-Cas9-Komplexes, der die DNA schneidet. Bild: Science Photo Library / Vario Images

Was in der Begründung für den Chemie-Nobelpreis unerwähnt bleibt: Das Wissenschaftsdrama um die ersten genetisch veränderten Babys der Welt. Es handelt von einem Forscher, der keine Grenzen kannte. Ein Gastbeitrag.

          6 Min.

          Am 26. November 2018 verkündet He Jiankui sein Werk: zwei „wunderschöne“ chinesische Mädchen. Gesund und schreiend wie jedes andere Kind hätten sie das Licht der Welt erblickt. Nur dass ihr Erbgut mit der Gen-Schere Crispr/Cas9 verändert wurde, und das bereits als sie im Reagenzglas gezeugt wurden.

          Vor ziemlich genau zwei Jahren wurden die unter den Decknamen Lulu und Nana bekannten Kinder geboren. Als die Öffentlichkeit über Youtube das erste Mal von ihrer Existenz erfuhr, befand sich eines der Mädchen noch auf einer Intensivstation für Neugeborene. Ohne lautes Schreien mussten die Zwillinge mehr als zwei Monate vor dem Geburtstermin zur Welt geholt werden, die Eltern mit den Kindern in ein anderes Krankenhaus flüchten. Zu groß war die Sorge, ins Zentrum der Weltöffentlichkeit zu geraten. Dabei erhoffte sich der 34-jährige Wissenschaftler genau dies: das Rampenlicht. Das erhielt er kurz darauf auf einer Bühne dreier großer Nationaler Akademien, die das Thema Keimbahntherapie auf die weltpolitische Agenda zu setzen versuchten. Dann verschwand He von der Bildfläche. Seither ist es still. Wenig ist bekannt über die Menschenversuche des Dr. He. Eine aktuelle Studie rekonstruiert nun die Ereignisse um die Geburt der ersten genetisch veränderten Babys der Welt.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : 65% günstiger

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Sicher ist sicher: Wenn nicht immer genug Abstand gehalten werden kann, empfiehlt es sich, die Maske auch im Büro zu tragen.

          Corona am Arbeitsplatz : „Tröpfchen fliegen bis zu 20 Meter weit“

          Nicht jeder kann sich vor der Pandemie ins Homeoffice flüchten. Der Arbeitsmediziner David Groneberg erklärt, wie groß die Corona-Gefahr im Büro ist, welches Raumklima die Viren mögen und was man alles noch nicht weiß.
          Polizisten in Essen kontrollieren den Mercedes zweier junger Männer.

          Forscher im Interview : „Mit Demokratie kommen Clans nicht gut zurecht“

          Früher dachte man bei Clans an schottische Hochlandbewohner, die einander die Köpfe einschlagen. Heute denkt man an Drogenhandel und Schweigegelübde. Ein Interview mit Clan-Forscher Ralph Ghadban, der sagt: „Junge Frauen spielen eine entscheidende Rolle“.