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Gender und Spielzeug : Schminktipps für Meerjungfrauen

Meerjungfrauen sind die Wesen der Stunde – aber nur bei Mädchen. Bild: AFP

Pretty in Pink: Ein Gang über die Nürnberger Spielwarenmesse zeichnet eine glitzernde Welt voller Einhörner und rosa Tütüs. Verschärft die Industrie die Geschlechterunterschiede?

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          Natürlich ist das Minibügeleisen pink. Wie das Maniküreset und die Strassrolle. Mit der Rolle lassen sich Glitzersteine auf die Kleidung pressen. Das ergibt eine schöne Kombination mit dem Prinzessinnenkrönchen, das es in den Messehallen fast nur in einer Farbe gibt: Rosa. Auch der neue Star im Plüschtierbereich, der Flamingo, gehorcht dem Trend zur Pinkifizierung. Pink allein reicht aber nicht. Es muss auch viel Glitzer aufgetragen werden. Dafür bieten sich Meerjungfrauen an, die in diesem Jahr zu Tausenden in die Spielwarenabteilungen gespült wurden. Auch das Pummeleinhorn, ein recht neues Produkt, reitet der Zeitgeist. Rosa, flauschig, ein bisschen dicklich, mit Regenbogenschweif über dem Horn. Ein klassisches Frauenprodukt, sagt der Verkäufer.

          Thomas Thiel

          Redakteur im Feuilleton.

          Einen pink Farbauftrag müssen auch Tiere über sich ergehen lassen, denen die Natur eine andere Farbe gegeben hat. Ein flamingofarbenes Zebra vertritt sich in einem unteren Regal die Glitzerhufe, eine Riesenente mit rosa Fell schaut nebenan trist auf den Boden. Die Verkäuferin lacht: „So muss es doch immer sein: Rosa, Glitzer, Tütü. Das wollen die Kinder noch viel mehr als die Mütter.“ Die rosarote Welle im Spielwarenmarkt kam vor gut zehn Jahren ins Rollen, seither ist manches hinzugekommen.

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