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Fotograf und Naturschützer : Friedenspreis für Sebastião Salgado

  • Aktualisiert am

Sebastião Salgado im mai 2007 in einer Ausstellung in Madrid vor seiner Aufnahme von Flüchtlingen im Lager Korem in Äthiopien Bild: dpa

Zum ersten Mal wird ein Fotograf mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Sebastião Salgado macht „die geschändete Erde ebenso sichtbar wie ihre fragile Schönheit“, lautet die Begründung. Aber der Brasilianer tut mehr als das.

          Der brasilianische Fotograf Sebastião Salgado erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels an diesem Dienstag in Berlin bekannt. Die Auszeichnung ist mit 25.000 Euro dotiert. Geehrt werden Persönlichkeiten, die in Literatur, Wissenschaft oder Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen haben.

          Der Dachverband der Buchbranche zeichnet mit Salgado einen Künstler aus, „der mit seinen Fotografien soziale Gerechtigkeit und Frieden fordert und der weltweit geführten Debatte um Natur- und Klimaschutz Dringlichkeit verleiht“, wie es zur Begründung hieß. In seinen konsequent in Schwarz-Weiß gehaltenen Bildern porträtiere er durch Kriege oder Klimakatastrophen entwurzelte Menschen, aber auch solche, die in ihrer natürlichen Umwelt verwurzelt seien. Und er mache „die geschändete Erde ebenso sichtbar (...) wie ihre fragile Schönheit“.

          Neben seiner künstlerischen Arbeit wird Salgado auch als Naturschützer geehrt. Mit seinem „Instituto Terra“ in Brasilien leiste er einen Beitrag zur Wiederbelebung von Biodiversität, wie der Börsenverein hervorhob. Der 75 Jahre alte Künstler wuchs auf einer Rinderfarm im Bundesstaat Minas Gerais auf, die er Ende der neunziger Jahre aufforstete und in ein Naturschutzgebiet umwandelte. Mit seiner Frau, einer Architektin, lebt er in Paris. Er hat zwei erwachsene Söhne.

          Sebastião Salgado im April 2015 in Berlin

          Salgado hatte ursprünglich Wirtschaftswissenschaften studiert. Wegen seines Engagements gegen die Militärdiktatur in Brasilien musste er 1969 nach Paris emigrieren. In den siebziger Jahren betreute er als Ökonom Entwicklungshilfeprojekte in Afrika. 1973 gab er seinen Beruf auf, um ganz als Fotograf zu arbeiten. Nach einer gesundheitlichen Pause widmete er sich zuletzt verstärkt der Landschaftsfotografie.

          Der in Frankfurt ansässige Börsenverein vergibt den Friedenspreis seit 1950. Verliehen wird die Auszeichnung traditionell zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche - in diesem Jahr ist das der 20. Oktober. 2018 waren die Kulturwissenschaftler Aleida und Jan Assmann ausgezeichnet worden.

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