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Französische Künstler : Wir sind alle Gelbwesten

Demonstrant am Tag der Arbeit in Paris Bild: dpa

Die meisten Intellektuellen begegnen den Protesten der Gelbwesten mit Misstrauen. Doch es gibt auch Künstler, die sich mit der Bewegung solidarisieren und identifizieren – wie jetzt in einem großen Aufruf.

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          „Von den ersten Demonstrationen an verspürte ich eine große Sympathie für die Gelbwesten“, bekennt die Schriftstellerin Danièle Sallenave. Sie hat ihnen gerade ein kleines Buch gewidmet: „Jojo le gilet jaune“, es erscheint bei Gallimard. Die Autorin ist eine wichtige Stimme der französischen Literatur und Mitglied der „Académie Française“. An jedem Samstag wurde sie in ihrem Empfinden bestärkt, wenn sie im Fernsehen sah, „wie sie sich ungeschickt ausdrückten, und die Journalisten und Experten mit kaum verhohlener Arroganz reagierten“.

          Jürg Altwegg

          Freier Autor im Feuilleton.

          Danièle Sallenave hat die Demonstrationen nicht nur in den Medien verfolgt. Wer ihren Essay liest, steht mit ihr an einer blockierten Straßenkreuzung und erfährt, wie die „kleinen Leute“ leben, denken, fühlen. Sie selbst entstammt diesem Milieu, dem „Volk der Tagelöhner, der Arbeiter im Weinbau, der kleinen Handwerker, der Handlangerinnen in den Druckereien, deren Ziel es war, ihren Kindern als Bahnarbeiter, Beamte, Lehrer (meine Eltern) eine bessere Zukunft zu ermöglichen“. Ihnen droht aufs Neue der soziale Abstieg, und eindrücklicher noch als ihren Alltag beschreibt Danièle Sallenave ihre Angst vor der Armut.

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