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Frankreich und Afghanistan : Was lehrt uns der Fall von Kabul?

Er bleibt kämpferisch: Bernard-Henri Lévy. Bild: dpa

Frankreichs Intellektuelle streiten über die Lehren aus dem Afghanistan-Rückzug. Die radikale Linke und „Woke“-Aktivisten entdecken ihre Sympathien für die Taliban und - kritisieren Israel.

          2 Min.

          Als Joe Biden den Abzug seiner Truppen ankündigte, erkundigte sich ein Redakteur dieser Zeitung nach Reaktionen französischer Intellektueller: Es gab keine. Die antitotalitären Neuen Philosophen, die den Krieg gegen den „Islamfaschismus“ propagiert hatten, schwiegen. Schon bald danach gestanden sie einen „Irrtum“ ein: „Wir sind in die Falle der französischen Debatten getappt, der 11. September hat uns blind gemacht. Wir betrachteten das Amerika von 2003 mit der Brille von 1944“.

          Jürg Altwegg
          Freier Autor im Feuilleton.

          Unberührt von dieser Selbstkritik blieb Bernard-Henri Lévy, der Nicolas Sarkozy und die Amerikaner zum Krieg gegen Gaddafi anzustiften vermochte. François Hollande wollte auch noch in Syrien eingreifen. Macron brach mit dem antitotalitären Imperativ, der seit Mitterrand die französischen Debatten beherrschte.

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