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Streit um Raubkunst : Werden Frankreichs Museen leergefegt?

Ein Exponat aus der Ausstellung „Jacques Chirac ou le dialogue des cultures“ im Musee du Quai Branly. Bild: AFP

Müssen die Museen alle Kunstwerke aus Afrika zurückgeben? Frankreich streitet über einen brisanten Expertenbericht für Präsident Macron, der am Nachmittag übergeben werden soll und so manche Rückgabe empfiehlt.

          5 Min.

          Im noch jungen Pariser Musée du Quai Branly, das vom damaligen Präsidenten Jacques Chirac erbaut wurde, steht eine faszinierende Statue. Es ist der Torso eines Mannes mit dem Kopf eines Haifischs. Das Werk stammt aus dem westafrikanischen Benin und wurde am Ende des neunzehnten Jahrhunderts von General Alfred Amédée Dodds, der das damalige Königreich Dahomey besetzte und unterwarf, als Beute nach Paris geschickt. Benin war schon von Napoleons Truppen eingenommen, nach dessen Sturz aber als Kolonie aufgegeben worden. 1960 wurde Benin unabhängig und hat 2016 als bislang einziges Land Restitutionsforderungen an Frankreich gestellt.

          Jürg Altwegg

          Freier Autor im Feuilleton.

          Vor ziemlich genau einem Jahr hielt Emmanuel Macron in Ouagadougou – in Benins Nachbarland Burkina Faso – eine aufsehenerregende Rede. In Algerien hatte er kurz zuvor den Kolonialismus als Verbrechen gegen die Menschlichkeit bezeichnet. „Ich kann nicht akzeptieren“, so Macron, „dass sich ein Großteil der kulturellen Schätze mehrerer afrikanischer Länder in Frankreich befindet. Sie müssen in Paris, aber auch in Dakar, Lagos, Cotonou gezeigt werden.“ Laut Experten werden neunzig Prozent der afrikanischen Kulturgüter außerhalb des Kontinents aufbewahrt.

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