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Raubkunstdiskussion in Paris : Die Büchse der Pandora ist geöffnet

Wie kam dieser Schatz nach Paris? Figurale Darstellung der Ato-Zeremonie aus dem Königreich Dahomey, entstanden um 1934, im Musée du Quai Branly Bild: AFP

Unverzügliche Rückgabe von 26 Artefakten: So rasch Macrons erste Reaktion auf den Expertenbericht über die afrikanische Raubkunst in Frankreich war, so groß ist der Widerstand dagegen. Überraschend kommt er nicht.

          Der Mann mit dem Haifischkopf kehrt in seine Heimat zurück. Kurz nachdem die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy und der senegalesische Schriftsteller und Ökonom Felwine Sarr ihre Expertenberichts über die afrikanische Raubkunst in Frankreich übergeben hatten, kündigte Staatspräsident Macron am Freitagabend die Rückgabe von 26 Objekten nach Benin an. „Ohne Verzögerung“ solle sie erfolgen. „Das ist eine Frage der Gerechtigkeit, wir reden hier von geraubten Kunstwerken und kolonialistischen Verbrechen“, kommentiert die Entscheidung Louis-Georges Tin vom Dachverband Cran, in dem die Organisationen der „Schwarzen Frankreichs“ zusammengeschlossen sind. Im Jahr 2013 hatte Tin eine Demonstration vor dem Musée du Quai Branly, wo die Kunstwerke ausgestellt sind, organisiert. Er intervenierte in Benin: Seine Regierung schickte vor zwei Jahren eine Restitutions-Forderung, die von der sozialistischen Regierung abgeschmettert wurde. Ein Jahr danach versprach Macron, die afrikanische Kunst aus ihrem französischen „Gefängnis“ zu befreien.

          Jürg Altwegg

          Freier Autor im Feuilleton.

          Louis-Georges Tin nahm an den Sitzungen der Expertenkommission teil. „La Tribune de l’Art“ nennt ihn „ganz besonders militant“. Eine gleiche Gesinnung bescheinigt sie Sarr. „Von ihm konnte man nichts anderes erwarten als die Forderung nach massiven Restitutionen“. Sein Fazit: „Der Bericht gehört in den Papierkorb.“ Für ungültig erklärt ihn der Rechtsanwalt Yves-Bernard Debie: „Die Autoren haben die Auflage, den Kunsthandel zu konsultieren, nicht respektiert.“ Sie öffnen die „Büchse der Pandora“, befindet „Le Temps“ und erinnert an André Malraux‘ Plünderungen in Kambodscha. Die Zeitung spricht von einem „historischen Revisionismus“: im Namen einer neuen „höheren Moral“ wird verworfen, „was unseren Vorfahren selbstverständlich war“. Wenn das so weitergeht, „werden in jedem Land nur noch die Werke der eigenen Künstler und Kultur ausgestellt“.

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