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Netzkonferenz EuroDIG : Für ein offenes, freies, stabiles Internet

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Ich halte Internet Governance für so entscheidend wie internationalen Handel und seine Beschränkungen. Das globale, einheitliche Internet hat der Menschheit große Vorteile gebracht, und es ist essentiell, dass wir es mit einer kollaborativen, transparenten, konsensuellen, von unten nach oben geführten Verwaltung verteidigen, die alle Interessengruppen einbezieht.

Das erfolgreiche Global Multistakeholder Meeting on the Future of Internet Governance, bekannt als NETmundial, hat die Unterstützung dieses Multistakeholder-Modells bekräftigt. Ich glaube, dass sich eine Allianz oder Koalition, getrieben vom unvergesslichen Geist der NETmundial und vereint durch ihre Prinzipien, unverzüglich an die praktische Umsetzung der Elemente der NETmundial Roadmap machen sollte, insbesondere:

•      Innovative und praktische Mechanismen einrichten, um die Themen der Internet Governance mit bereits bestehenden Lösungen zu verknüpfen. Wenn noch keine Lösung verfügbar ist, sollten diese Mechanismen dynamisch Institutionen und Experten einbeziehen, um diese Themen effektiv unter Teilnahme aller Interessengruppen anzugehen.

•      Die Einrichtung nationaler Strukturen der Internet Governance unterstützen, die Zusammenarbeit von Regierungen, dem privaten Sektor und Mitgliedern der Zivilgesellschaft ermöglichen, um lokale Grundsätze und Empfehlungen zu erstellen.

•      Teilnehmer aus Regierungen, dem privaten Sektor und der Zivilgesellschaft - vor allem in Entwicklungsregionen - in die Lage bringen, sich im bestehenden Internet-Governance-Ökosystem zu engagieren. Diese Ermächtigung sollte in Form von effektivem Training, Werkzeugen und Zugang zu Fachwissen bestehen.

Fadi Chehadé

Fadi Chehadé ist Präsident von Icann, einer der zentralen Organisationen der Netzverwaltung.

Jan Malinowski leitet die Abteilung für die Informationsgesellschaft und Internet Governance beim Europarat in Straßburg

Das Internet hat als Zusammenarbeit begonnen, als freier Raum für alle, als Vermächtnis an die Menschheit, weil es zu groß war, um jemand Speziellem zu gehören. Meiner Meinung stammt das größte Risiko aus dem aktuellen Trend, das zu ignorieren und Teile dieses Raums zu kolonisieren oder zu übernehmen, um sie ganz allein auszubeuten, zum Beispiel durch übermäßige Behauptung von Urheberrechten, durch Einschränkungen des Rechts zu schöpfen und zu erfinden, die zu Patentkriegen führen, durch die Ausbeutung von Big Data oder indem das Internet als Gelegenheit genutzt wird, einen totalen Überwachungsstaat zu errichten. All das bedroht das Wesen des Internets, seine Universalität, Integrität und Offenheit im Rahmen der Menschenrechte, ob es um die Redefreiheit oder die Privatsphäre online geht.

Internet Governance bleibt eine Form der Zusammenarbeit verschiedener Interessengruppen. Die Handelnden Tragen ihren Rollen und ihrer Verantwortung gemäß dazu bei. Diese bestehende Form der Verwaltung kann viele der Risiken auffangen. Es ist schwierig, als einzelner Entscheidungsträger anderen etwas aufzudrängen. Wenn eine unerwünschte oder ungewollte Entscheidung getroffen wurde, werden diejenigen aktiv und arbeiten zusammen, die eine Lösung anbieten können. Das war so, als das Internet in Ägypten zeitweise abgeschaltet war oder als soziale Netzwerke in der Türkei gesperrt waren.

Die größte Herausforderung der Internet Governance ist ihre Festschreibung. Viele Beteiligte wollen die Regeln aufstellen. Und Zurückweisung führt zu Gegenentwürfen. Deshalb gibt es so viele Internet-Governance-Prozesse: das Stockholm Internet Forum, NETmundial, das Icann High Level Panel, die Freedom Online Coalition, die Global Commission on Internet Governance, BRICS, die Shanghai Group …

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