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Folgen des Shutdowns : Von Montag an im Winterschlaf

  • Aktualisiert am

Die schönen Blütenträume vom Sommer welken: Ein Kölner Theater verabschiedet sich in den neuen Lockdown. Bild: dpa

Wie viel Symbolpolitik verträgt Kultur? Wieso sind Theaterbühnen und Konzerthäuser auf einmal nur noch Freizeitunterhaltung? Und wo endet die Privatsache? Gedanken von Redakteuren des Feuilletons zu einer drastischen Entscheidung.

          10 Min.

          Das Urteil

          Für Wirtschaft und Masse nicht systemrelevant
          (Von Jan Brachmann)

          Der Wortlaut der Beschlussvorlage über die neuen Einschränkungen des öffentlichen Lebens zum Schutz vor CoronaInfektionen weist den Kultureinrichtungen ihren Platz zu: Theater, Opern und Konzerthäuser werden wie Bordelle, Spielbanken und Wettannahmestellen betrachtet. Was sie anbieten, sind „Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen“. Sie werden untersagt.

          Dem Selbstbild der Kulturschaffenden entspricht solch eine Einstufung natürlich nicht. Sie waren seit jeher der Überzeugung, Kultur sei „mehr als Unterhaltung“, und wiederholen seit Monaten, dass sie „systemrelevant“ seien. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel, die zumindest der Oper und der klassischen Musik erfreulich nahesteht, meint es insofern gut mit den Kulturschaffenden, als sie ihnen eine wissenschaftliche Begründung für die Entscheidung anbietet: Drei Viertel der rasend steigenden Infektionsfälle seien nicht mehr nachverfolgbar; man müsse dringend die Kontakte beschränken. Kein Bereich des öffentlichen Lebens könne jedoch verlässlich behaupten, das Infektionsgeschehen nicht wesentlich voranzutreiben.

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