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Wachsende Bewegung : Feministinnen aller muslimischen Länder, vereinigt euch!

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Purdah heißt die Sitte, Frauen vom Rest der Gesellschaft getrennt zu halten. Hinter der Burka oder hinter den Mauern des Hauses. Bild: AFP

Gewalt gegen Frauen ist eine globale Seuche. In muslimischen Ländern wird fast jede dritte Frau von ihrem Mann misshandelt. Unterdrückt werden sie nicht vom Islam – sondern vom patriarchalen System. Dagegen begehren immer mehr auf. Gastbeitrag einer Bloggerin.

          Der reformfreudige Kronprinz Mohammed bin Salman verkündete 2018, dass es Frauen endlich gestattet sei, in Saudi-Arabien Auto zu fahren. Der bisherige Bann wurde nach jahrelangem Protest einer kleinen Gruppe mutiger Saudi-Aktivistinnen und Feministinnen aufgehoben. Die Frauen setzten sich oft trotzdem ans Steuer, wurden verhaftet, blieben aber entschlossen, weiter zu kämpfen, bis die Regierung nachgeben würde. Die Obrigkeit hatte zahlreiche Gründe angeführt, warum Frauen nicht Auto fahren sollten: Es gefährde die Moral und den Anstand, würde den Frauen schaden und sie unnötig Risiken aussetzen.

          Kleriker und konservative Kräfte hatten befürchtet, dass Frauen nicht mehr so leicht zu kontrollieren wären und die Promiskuität zunähme, falls sie öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis benutzten oder sogar selber Auto fahren lernten. Die Angst vor diesen „unnötigen Risiken“ wurde schließlich durch die Einsicht aufgewogen, dass die Wirtschaft in Saudi-Arabien einen Aufschwung brauchte. Die wirtschaftlichen Vorteile, wenn man Frauen erlaubte, zu arbeiten, entsprachen auch dem Druck aus dem westlichen Ausland und dem Inland, Frauen (in vielen Entwicklungsländern) mehr Rechte zuzugestehen. Doch auch als das Verbot aufgehoben war, blieben mehrere Aktivistinnen weiterhin in Haft – vielleicht als eine Warnung vor weiteren feministischen Aktionen im Königreich.

          Von chauvinistischen Regierungen unterdrückt

          In Pakistan, einem weiteren muslimischen Land, war Frauen das Autofahren nie verboten worden, und die Nachrichtenagentur Reuters berichtete 2017, dass Frauen in Pakistans boomendem Kohleabbaugebiet der Thar-Wüste immer häufiger auch Traktoren und Lastwagen lenkten. Man interviewte eine Frau namens Gulaban, die nicht muslimisch war, sondern Hindu (wie ein Großteil der Bevölkerung in der Thar-Wüste und im indischen Nachbarstaat Rajasthan). Gulaban trug weder eine Burka noch einen Schleier, wie bei Musliminnen üblich, sondern einen vielfarbigen Sari. Den Saum des Saris, das Ghoongat, hatte sie über den Kopf gelegt. Thari-Frauen sind traditionell sehr konservativ und zurückhaltend; in Gegenwart von Fremden bedecken sie oft ihr Gesicht mit dem Ghoongat, andere lassen sich bloß nicht fotografieren. Aber hier stand Gulaban, die mit Männern zusammenarbeitete und Geld für ihre Familie verdiente.

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